Die Revolution in England 1688 ging nahezu unblutig über die Bühne. Sie gilt als Geburtsstunde des verfassungsmäßig geregelten Parlamentarismus demokratischer Staaten. 

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts war England von einer in die andere politische Krise geraten. Vor allem der religiöse Konflikt zwischen dem mehrheitlich protestantischen Adel und dem zum Katholizismus neigenden König Karl II. sorgte für innenpolitischen Sprengstoff. Das Verhältnis des Königs zum Parlament sorgte für Unruhe. Es drohte eine politische Blockade zwischen dem König und den politischen Organen des Landes.

Throneinladung für Wilhelm III.

Auf der anderen Seite des Ärmelkanals beobachtete Wilhelm III. von Oranien seit Langem die Entwicklung auf der britischen Insel. Er plante ein Eingreifen in England, da er ein Erstarken der katholischen Kräfte in Europa befürchtete. Denn mittlerweile war Jakob II. seinem Bruder Karl im Amt gefolgt und hatte sich an das katholische Frankreich angenähert.

Wilhelm III. von Oranien wollte jedoch den Eindruck einer Invasion Englands vermeiden. Die Lösung: eine förmliche Einladung von einflussreichen Angehörigen des Ober- und Unterhauses – verbunden mit der Aussicht, den englischen Königsthron zu besteigen.

Doppelkrönung 1689

Im November 1688 landeten Wilhelms Truppen in Südwestengland und stießen auf wenig Widerstand von Jakobs Truppen. Der bisherige König Jakob floh daraufhin mit seiner Familie nach Frankreich. Nachdem Wilhelm III. die "Declaration of Right" akzeptiert hatte, wurde er gemeinsam mit seiner Frau im April 1689 inthronisiert. Damit war die Glorious Revolution in kurzer Zeit und ohne großes Blutvergießen beendet worden. Sie zählt bis heute zu den wichtigsten Revolutionen der europäischen Geschichte.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Münchener Historiker Josef Schmid schildert die Rolle des Niederländers Wilhelm III. von Oranien, der 1689 englischer König wurde. 
  • Der Experte für englische Geschichte Eckart Hellmuth ordnet die Bedeutung der Glorious Revolution für die englische und europäische Geschichte ein. 
  • Für den ehemaligen Verfassungrichter Udo Di Fabio ist die Glorious Revolution eine der Voraussetzungen für den Prozess der europäischen Einigung. 
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erläutert die Vorgeschichte der Glorious Revolution.