Götz Wiegand ist Extrembergsteiger. Seine Überzeugung: Wer es ohne Hilfe wie Flaschensauerstoff nicht nach oben schafft, sollte es lassen. Richtig loslegen mit Bergsteigen konnte er selbst erst nach dem Fall der Mauer.

Immer wieder gehen Bilder um die Welt von Bergesteigern am Mount Everst, die Schlange stehen, die wichtige Passage Hillary Step zu passieren. Sie stehen symbolisch für den inzwischen Massentourismus am höchsten Berg der Erde. Das Problem daran: Die meisten Hobby-Bergsteiger kämen ohne Sauerstoff aus Flaschen niemals hoch. Sind die Flaschen leer, bleiben sie liegen und vermüllen den Berg. Auch kommt es immer wieder zu Un- und Todesfällen.

"Man kann den Mount Everest nicht bezwingen. Wenn man Glück hat, lässt er einen hoch."
Götz Wiegand, Extrembergsteiger

Götz Wiegand, Extrembergsteiger aus Dresden, hält von all dem nicht viel. Er hat schon viele Sieben- und Achttausender bestiegen, aber immer ohne Flaschensauerstoff. Ginge es nach ihm, sagt er, würde er die Regeln so ändern, dass eine Besteigung eines Berggipfels mit Flaschensauerstoff nicht zählt. "Am Mount Everst gäbe es dann wahrscheinlich nur noch zehn Prozent der Leute, die jetzt da sind."

Auseinandersetzung mit sich selbst

Götz findet es wichtig, Respekt vor den Bergen und den Menschen zu haben, die vor Ort leben. Für ihn ist eine Besteigung immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst - und nicht nur einfach das Erklimmen eines Gipfels.

Seine erste große Bergtour hat er nach der Wende unternommen - vorher ging es ja nicht.

Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Christian Schmitt erzählt Götz, wie wichtig gute Kameradschaften am Berg sind, wie er über 200.000 Mark für seine erste große Expedition zusammenbekommen hat und wie es ihm und seinen Freunden gelang, am Mount Everest einem japanischen Bergsteiger das Leben zu retten.