Viele der bekanntesten Multimilliarden-Dollar-Firmen aus dem Silicon Valley haben mal ganz klein angefangen: in der Garage der Eltern. Das Spiel "Good Company" von Chasing Carrots macht uns selbst zum Unternehmensgründer einer Tech-Firma – von der unbedeutenden Minibutze zum mächtigen Weltkonzern.

In der Wirtschaftssimulation gründet ihr nicht nur ein Technik-Unternehmen, ihr müsst auch wirklich alle Herausforderungen bewältigen, die das in der Folge mit sich bringt: Ihr stellt Mitarbeiter ein, betreibt Forschung und Analyse, um neue, innovative Produkte auf den Markt zu bringen, und natürlich müsst ihr auch die Logistik der Produktion aufbauen – vom ersten Plastikgehäuse bis zum hochkomplexen Roboter.

"We weren’t always like this. We started out small, but soon we grew so rapidly, my processors could barely keep up."
O-Ton aus "Good Company" von Chasing Carrots

Good Company nimmt uns quasi mit auf eine Reise zurück in die 70er Jahre, als die Hard- und Software von Riesenkonzernen wie Microsoft, Apple, Atari oder Hewlett Packard, die heute fast jeder von uns benutzt, ihren Anfang nahmen.

Innovationsgeist in elterlichen Garagen

Eine ordentliche Portion Gründerpathos bekommen wir in "Good Company" geboten, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin Jana Reinhardt. Samt Garage natürlich. Wir sind aber nicht einfach irgendein Riesenkonzern, der einfach nur Kohle machen will. Wir sind sehr idealistisch.

"In dieser Wirtschaftssimulation sind wir die Guten."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

In der 70er-Jahre Parallelwelt geht es los. Als erstes basteln wir in Heimproduktion ganz simpel unser erstes Produkt: ein Plastikgehäuse. Die ersten Gehäuse bauen wir noch wirklich selbst – erst danach werden wir endlich Chef und stellen unsere ersten Mitarbeiter ein.

Chef des eigenen Technik-Imperiums

Als nächstes bauen wir dann Taschenrechner, die brauchen schon mehrere Produktionsschritte: Knopfbatterien aus Chemikalien, Gehäuse aus Plastik, LEDs aus Elektronikteilen und ein Montagetisch, an dem alles zu einem Taschenrechner zusammengebaut wird.

"Ziel von Good Company ist es, irgendwann ein richtig gutes, effizientes Hightech- Produkt herzustellen."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

Die Reihenfolge, wann wir was zu bauen haben, ist dabei leider vom Spiel festgelegt. Auf den kleinen Taschenrechner folgt ein komplexerer Taschencomputer, dann ein PC-Spiel-Joystick, später Kamera- und Auslieferungsdrohnen bis hin zum Roboter-Guide. Im Produkt-Katalog lässt sich das genau nachlesen.

Prozessoptimierung: Der CEO in euch

Die Challenge für den Spieler und Firmengründer ist vor allem eine Art Tetris:

  • Wenn eure Produktionshalle am Anfang noch nicht sehr groß ist, müsst ihr euch zum Beispiel sehr genau überlegen, wie ihr die Werkbänke platziert.
  • Eure Mitarbeiter müssen noch daran vorbeilaufen können und gleichzeitig möglichst kurze Wege zu ihren Lager-Regalen haben.
  • Jede Verzögerung in der Produktionskette zieht weitere nach sich.
  • Ihr verliert Zeit – und Zeit ist Geld.
  • Im schlimmsten Fall geht ihr pleite, obwohl eure Taschenrechner und Spielekonsolen total innovativ und gefragt sind.

Irgendwann kann die Gesamtheit der Optimierungsprozesse für die Spielenden ganz schön komplex werden. Paul Lawitzki, einer der Entwickler von Chasing Carrots aus Stuttgart, die "Good Company" entwickelt haben, weiß das. Der Spagat aus dem Umgang mit einem komplexen System und gleichzeitigem Spielspaß sei für die Entwickler ein Lernprozess gewesen.

"Wir haben am Anfang gedacht: Je komplexer so ein Spiel ist, desto mehr Spaß macht es. Ganz naiv. Aber dann überschätzt man auch die Kapazität von einem Menschen."
Paul Lawitzki, einer der Entwickler von "Good Company"

Am Ende sei es die Kunst, dem Spieler zwar eine hohe Komplexität zu bieten, ihm aber eben auch ausreichend Mittel in die Hand zu geben, sie zu beherrschen.