Von der netten Suchmaschine zum Datengiganten. Unser Reporter erinnert daran, wie praktisch Google ist – und an das unheimliche Gedächtnis des Konzerns.

Google gibt es seit 1998 – zunächst war das Unternehmen ein Suchmaschinenanbieter. Inzwischen ist der Konzern Werbepublisher, Hersteller des meist genutzten Browsers (Chrome), des meist genutzten Betriebssystems für Smartphones (Android), in den USA auch Internetanbieter (Google Fiber) und Eigentümer von Youtube.

Das Sammeln personenbezogener Daten gehört zum Geschäftsmodell, weil Google so möglichst passende Werbung anbieten und seinen Kunden entsprechende Erlöse in Aussicht stellen kann.

Datenkonzern aus Mountain View

Unser Reporter Christian Schmitt benutzt fast alle Dienste des Unternehmens – vom Assistant bis zu Notizen – Keep also. Er meint, wenn sie es es am Unternehmenssitz in Mountain View richtig anständig anstellen, dann wüssten sie wohl eine ganze Menge über ihn. Der Datenschutzexperte Alexander Ingelheim bestätigt Christians Vermutung.

"Google weiß extrem viel von uns. Unsere Interessen, wo wir uns aufhalten, Google weiß mehr als unsere Mutter."
Alexander Ingelheim, Datenschutzexperte

Alexander Ingelheim berät Unternehmen, wie sie das Internet sicherer nutzen können. Jede Google-App, die wir nutzen, sammelt Daten. Wo wir sind, was wir shoppen, was wir machen.

"Daraus kann Google Persönlichkeitscluster erstellen. Und so weiß Google auf Knopfdruck: Person XY hat die und die Vorlieben, das Geschlecht, die sexuellen Vorlieben, die Religion, geht in die Restaurants. Das ist beängstigend."

Wie Google seine Nutzer einsortiert, kann jeder Nutzer unter Google Preferences angucken.

Christian hat sich acht Seiten ausgedruckt – sie sind erwartungsgemäß ziemlich genau. Christian wird angezeigt, dass er gerne reist, Audioequipment kauft, Campingbusse, Kaffee, Kochen, japanisches Essen, Dokumentationen, Hunde, Indiemusic und CarSharing mag.

Google kennt Christian

Der Datenschutzexperte Alexander Ingelheim sagt, dass die Daten, die Google bei den Preferences nicht anzeigt, das eigentliche Problem für den Nutzer sind.

"Man kann die Daten, die Google über uns speichert, als Eisberg sehen. Es gibt etwas, darüber informiert Google, das ist die Spitze des Eisbergs. Dann gibt es einen Teil, wo man nicht weiß, wo die Daten gelandet sind."

Unser Bild zeigt die Seite google.com am 2. Dezember des Jahres 1998. Quelle des Screenshots ist archive.org/web.

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