Er ist kurz, er ist grün, aber das ist noch lange nicht alles. Was ihr schon immer über den Rasen im Stadion wissen wolltet

Er ist die Grundlage jedes Erfolgs beim Fußball. Und dabei kommt es vor allem auf die richtige Mischung an: der Rasen. Das Gras der Begierde für Fußballer: besonders dunkelgrünes tetraploides Weidelgras.

Was sich hinter diesem komplizierten Namen verbirgt? Weidelgras, das ist ganz einfach eine deutsche Grassorte, erklärt Michael Burkatzky vom Bundessortenamt. Und von diesem Gras gibt es diploide und tetrapolide Sorten, also Varianten mit einfachem oder doppeltem Chromosomensatz. Der Vorteil der doppelten Variante: Sie treibe mehr Samen aus und vermehre sich so besser, so Burkatzky. Der perfekte Fußballrasen vereine die besten Eigenschaften der diploiden und der terapoliden Varianten miteinander.

"Es gibt wohlklingende Grasnamen, Gold zum Beispiel oder Limousine, aber ich möchte keine Lieblingssorte hervorheben. Ich freue mich über jede Grassorte, die unser Test gut aussehen lässt."
Michael Burkatzky vom Bundessortenamt

Grundsätzlich gilt: Ein Fußballrasen setzt sich aus verschiedenen Sorten zusammen. In Mitteleuropa sind das in der Regel Deutsches Weidelgras und die Wiesenrispe. Eine perfekte Mischung, um die harte Beanspruchung durch Stollen und Grätschen auszuhalten. Damit im Stadion nichts schief geht, traktieren die Experten beim Bundessortenamt das Grün mit einer Stollenwalze. Ein guter Fußballrasen überzeugt vor allem im Laufe einer Saison oder eines Turniers. Etwa, weil wenige Löcher oder Lücken entstehen und entstandene Löcher wieder zuwachsen.

Bermudagras statt Wiesenrispe

Das Problem: Auch wenn ein Rasen im Bundesligastadion im kraftvollen Grün erstrahlt, kann er sich bei den klimatischen Bedingungen in Brasilien als Flopp erweisen. Bei der Fußball-WM wurden deshalb andere Sorten ausgesät: zum Beispiel Bermudagras, das seine Stärke bei Temperaturen von 28 bis 32 Grad ausspielt. Ganz ohne Weidelgras geht es in Brasilien aber auch nicht: Der Klassiker aus den Bundesligastadien wird als so genannte Oversaat beigemischt.