Mit der Bahn lasse sich schon heute rund ein Drittel aller Kurzstreckenflüge in Europa ersetzen, sagt Lena Donat von Greenpeace. Entsprechende Investitionen vorausgesetzt, könnten es noch mehr sein.

Mit einem besseren Bahnangebot ließe sich europaweit ein großer Teil der Kurzstreckenflüge ersetzen. Insgesamt haben die europaweit 250 wichtigsten Kurzstreckenflügen ein CO2-Sparpotential von rund 23 Millionen Tonnen jährlich. So beziffert ein von Greenpeace beauftragter Report die CO2-Reduktion beim Ersatz der Flüge durch Schienenreisen.

"Diese 250 Flüge, die wir uns angeschaut haben, machen ungefähr zusammen 23 Millionen Tonnen CO2 aus."
Lena Donat, Greenpeace-Bahnexpertin

Deutschland sei für besonders viele Flüge verantwortlich, sagt Greenpeace-Bahnexpertin Lena Donat. Von den 250 Flügen in Europa, die in dem Report untersucht werden, starte oder lande rund ein Drittel in Deutschland.

Bahninfrastruktur als Knackpunkt

Tatsächlich lasse sich ein Drittel der Kurzstreckenflüge schon heute in unter sechs Stunden Fahrtzeit mit der Bahn ersetzen. Mit Kurzstreckenflügen sind dabei Flüge unter 1500 Kilometer gemeint. Wie weit Reisende in sechs Stunden mit der Bahn kommen, hängt natürlich entscheidend von der Infrastruktur ab.

Berlin-Frankfurt geht gut mit der Bahn

Lena Donat sagt, die Flugverbindung Berlin-Frankfurt beispielsweise lasse sich einfach streichen. Auf dieser Strecke seien jährlich mehr als zwei Millionen Passagiere unterwegs: "Schon heute gibt es eine Bahnalternative in unter vier Stunden", so die Bahnexpertin. Insgesamt sei Deutschland beim Bahnverkehr allerdings nicht sehr gut aufgestellt.

Investitionen in die Schiene

Lena Donat beschreibt es so: "Es wurde einfach über Jahrzehnte im Bahnbereich gespart." Sie fordert massive staatliche Investitionen in Netzausbau, für Elektrifizierung, für Taktverdichtungen und ganz allgemein für die Bahninfrastruktur. Auf europäischer Ebene könne ein besseres Nachtzugnetz und mehr innereuropäische Abstimmung das Bahnfahren attraktiver machen.

"Im Bahnbereich muss die Bundesregierung jetzt massig Geld in die Hand nehmen, um zu investieren."
Lena Donat, Greenpeace-Bahnexpertin