Jeder zweite junge Grieche ist arbeitslos. Viele gehen ins Ausland und die, die in Griechenland bleiben, denken darüber nach, ob sie das Land auch verlassen sollen.

Unser Reporter Panajotis Gavrilis hat in Athen mit jungen Menschen darüber gesprochen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Bei Panagiota (22) und Grigoris (18) dominiert die Ungewissheit: beide haben unsichere Jobs. Beide wohnen noch zu Hause - wie viele andere in Griechenland. "Die Familie ist häufig die einzige Überlebenschance", erklärt Panajotis.

Elf Euro am Tag, 300 Euro im Monat

Panagiota ist studierte Logopädin, aber weil zurzeit kaum jemand für eine Sprach- oder Sprechtherapie Geld ausgeben will, arbeitet sie in einem Café. Für 300 Euro im Monat. Grigoris verkauft Handy-Prepaidkarten, vor allem an durchreisende syrische Flüchtlinge. Er verdient elf Euro am Tag. Grigoris denkt, dass der griechische Staat vom Rest der EU mit den vielen Flüchtlingen allein gelassen wird. Aber entscheidend für seine persönliche Zukunft ist die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes.

Der 18-jährige Grigoris spart, um eine Koch-Ausbildung finanzieren zu können.
"Tsipras braucht gar nicht ohne Verbesserungen aus Brüssel wiederkommen."
Grigoris

Grigoris sagt, dass Griechenland aus der wirtschaftlichen Sackgasse herauskommen muss. Aber: Griechenland könne auch Bündnisse mit anderen Staaten schließen - zum Beispiel mit Russland oder gleich mit den USA. Europa sei eben nicht alles, findet er.

Panagiota und Grigoris wollen Griechenland nicht verlassen - aber wie für viele andere Griechen ist der persönliche Grexit - die Auswanderung - eine realistische Option. "Was mich hier noch hält sind meine Träume", sagt Panagiota. "Aber Griechenland zerschneidet Deine Träume."