Jahrzehnte übte dort das Militär. Jetzt brennen rund vier Quadratkilometer Wald bei Lübtheen. Munition und Sprengstoff halten die Feuerwehr auf Distanz.

Im Westen Mecklenburg-Vorpommerns brennt eine Waldfläche von etwa 4,3 Quadratkilometern. Es sei der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Das Feuer wütet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen. Bisher sind drei Ortschaften, die unmittelbar an den Brandherd grenzen, vorsorglich evakuiert worden: Alt Jabel, Jessenitz-Werk
und Trebs. Insgesamt mussten etwa 650 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

"Dort haben seit den 1930er Jahren Wehrmacht, NVA, Sowjets und bis vor vier Jahren auch die Bundeswehr schießen geübt. Da liegen ungefähr 45 Tonnen Munition herum."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova Nachrichten

Der Übungsplatz wurde 2013 geschlossen und steht seit 2015 unter Naturschutz. Er ist knapp 63 Quadratkilometer groß und hochgradig mit Munitions- und Sprengstoffresten belastet. Deswegen dürfen sich die rund 400 Einsatzkräfte dem Brandgebiet auch nur bis auf etwa einen Kilometer nähern.

Lebensgefahr durch explosives Material

Auch mit Hilfe von Löschpanzern und Löschhubschraubern versuchen sie, das vom Wind immer wieder angefachte Feuer einzudämmen. Till Backhaus und auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) warnten Schaulustige dringend davor, sich dem Brandgebiet zu näher. Es komme immer wieder zu Explosionen. In dem Gebiet bestehe höchste Lebensgefahr, sagte Till Backhaus.

"Feuer auf Gelände mit Munition ist doppelt problematisch. Einmal, weil die Munition wirkt wie ein Brandbeschleuniger und zum anderen, weil die Feuerwehr nicht einfach so auf das Gelände kann, um zu löschen."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova Nachrichten

In der Gegend hatte es bereits zuvor gebrannt. Das Feuer galt allerdings als gelöscht. Am Sonntag, den 30.06., brach es erneut aus und dehnte sich bei teilweise starken und drehenden Winden rasch aus. Als Ursache vermuten die Behörden Brandstiftung. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll das Feuer an drei Stellen ausgebrochen sein.

"Die Behörden gehen im Moment davon aus, dass es Brandstiftung war, weil mehrere Brandherde entdeckt wurden. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova Nachrichten

Immer wieder kommt es in militärischem Sperrgebiet und auf ehemaligen Übungsplätzen zu Bränden. Beispielsweise brannte es im Sommer 2018
in Brandenburg bei Treuenbrietzen auf einer in etwa gleichgroßen Fläche in ebenfalls munitions- und sprengstoffverseuchtem Gelände.