Heiß, trocken, kalt, nass, stürmisch - in diesem Sommer ist wieder alles dabei. Es gibt einfach mehr krasse Wetterlagen. Und die machen auch Bäumen in unseren Städten zu schaffen. 

Für Pflanzen bedeutet es Stress, wenn sie mit wenig Wasser auskommen müssen. Die Bäume werden dadurch anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Und kranke, beziehungsweise morsche Bäume können dann auch wieder zur Gefahr für uns werden, wenn dann beim Sturm Äste abbrechen oder ganze Stämme umstürzen.

Stadtplaner und Baumexperten machen sich seit einiger Zeit Gedanken, wie man dieses Problem angehen könnte. Die Bayerische Landesanstalt für Weinanbau und Gartenbau testet gerade zum Beispiel in einem Projekt 20 zum Teil auch exotische Baumarten, um zu sehen, wie sie mit höheren Sommertemperaturen und Trockenheit klar kommen. Gleichzeitig müssen sie im Winter aber auch Frosttemperaturen aushalten können.

Jede Straßenecke hat ihre Baumart

Die Stadt Jena macht es etwas anders: Sie sucht nicht nach dem einen Baum, der alles aushält, sondern hat ein Konzept entwickelt, bei dem jeder Ort mit der passenden Baumart bepflanzt wird. Bäume, die gut mit Trockenheit auskommen, werden zum Beispiel an eher trockene Standorte gepflanzt.

Bäume bringen viele Vorteile 

Auch Kanadische Forscher beschäftigen sich mit dem Thema. Sie haben jetzt die Bedeutung von Bäumen für das Stadtklima untersucht und herausgefunden, dass schon ein einzelner kahler Baum einen Beitrag leistet. Trotz weniger Blätter begrenzt er den Luftstrom und macht das Klima angenehmer.

Außerdem verdunsten Bäume über ihre Blätter Wasser - Laubbäume wegen der größeren Blattoberfläche natürlich mehr als Nadelbäume. Und dadurch sorgen sie für Abkühlung der Umgebung. Am besten funktioniert das bei großen, gesunden Bäumen. Deshalb ist es auch ein Klimaproblem, wenn in Städten zum Beispiel für Baustellen große alte Bäume gefällt werden, weil sonst der Bagger nicht durch die Straße passt.

"Eine Landschaftsplanerin hat mir erzählt, dass die Wurzeln in der Erde eigentlich so groß sind wie die Baumkrone."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Münchner Forscher haben auch herausgefunden, dass sich der Kühl-Effekt verstärkt, wenn Bäume von Grünstreifen umgeben sind und nicht nur von Straßenpflaster oder Asphalt. 

Bäume brauchen auch für ihre Wurzeln viel Platz. Wenn Bäumen dieser Platz nicht zugestanden wird, kann es passieren, dass sie entweder den Bürgersteig oder den Radweg anheben. Es kann auch dazu führen, dass Bäume dann nicht mehr gut im Boden verankert sind. Je größer sie sind, desto größer wird dann auch die Gefahr, dass sie beim nächsten Sturm vielleicht umkippen.

Mehr Bäume in Städten: