Psst, Ruhe jetzt! Im Großraumkino Film gucken, ist was anderes als allein zu Hause vorm Laptop. Im Hörsaal geht es darum, wie andere Zuschauer die eigene Filmwahrnehmung beeinflussen: Der Publikumseffekt.

Das Licht geht aus, jetzt gemütlich in den Samtsitz kuscheln und dann... fängt der Typ in der Reihe vor einem auch schon an, lautstark Chips zu knabbern. Oder tippt auf seinem hell erleuchteten Handydisplay rum. Oder sieht ganz schön gut aus...

Schon diese wenigen Beispiele zeigen: Im Kino werden nicht nur Filme geschaut. Im Kinosaal entstehen Beziehungen - im Guten wie im Schlechten. Und auch in anderen Situationen haben wir Mitgucker: Wenn wir zu Hause gemeinsam mit Freunden oder Familie Filme gucken. Oder wir werden selbst zu Mitguckern - wenn wir im Zug auf den Laptop des Mitreisenden linsen...

Es begann in einem Kinosaal...

Der Filmwissenschaftler Julian Hanich hat sich diese Situationen gemeinsamen Filmkonsums näher angeschaut und in seinem Vortrag "Der Publikumseffekt. Über den Einfluss anderer Zuschauer auf die Filmwahrnehmung" beschrieben. Gehalten hat er ihn am 15. Mai 2014 am Einstein Forum Potsdam anlässlich der Tagung Erlebnisraum Kino.

Für DRadio Wissen ist Katja Weber ins Kino gegangen: in der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer Berg, wo sowohl Arthouse als auch Blockbuster bezeigt werden und ins betriebsälteste Kino Europas - das kleine Moviemento in Berlin Kreuzberg. Die Betreiberinnen haben ihr erzählt, welche Streitigkeiten bei ihnen im Kino angefangen haben - und welche Romanzen.