Das will keiner erleben. Im Urlaub schön entspannt im Meer baden und plötzlich sind da Haie im Wasser. In der Bucht von Glencairn, etwa 25 Kilometer von Kapstadt entfernt im Indischen Ozean, schützt ein Hundert Kilometer langes Stromkabel die Badegäste vor Haien.

Die Bucht wird durch ein elektrisches Feld geschützt. Der Strom ist nur ganz leicht. Menschen merken davon nichts. Es fließen nur 200 Mikroampere pro Sekunde. Im Wasser ist das nicht zu spüren. Hundert Mal so viel würde man brauchen, damit es für den Menschen wirklich gefährlich wird.

"Wer im Wasser schwimmt, merkt von den Strom gar nichts. Selbst, wenn man das Kabel berühren würde, würde man nur ein ganz kleines Kribbeln merken."
Andreas Herrler über die Auswirkungen des Unterwasser-Stroms

Bei den Haien ist das anders. Die Tiere werden von dem Strom abgeschreckt. Sie haben Lorenzinische Ampullen am Kopf. Das sind ihre Sinnesorgane, womit sie elektrische Felder wahrnehmen und sich orientieren.

Haie sind viel sensibler als Menschen

Haie nehmen schon ganz schwache geomagnetische Felder wahr. Damit können sie andere Tiere aufspüren, denn deren Muskeln produzieren bei Bewegungen kleine Mengen Strom.

"Wenn die Haie dann aber ein ganz großes Stromfeld wahrnehmen, denken sie, das könnte ein ziemlich großes Tier sein, das mir gefährlich wird. Und deshalb suchen sie das Weite."
Andreas Herrler über die Auswirkungen des Unterwasser-Stroms

Die Hai-Abwehr per Strom ist im Moment noch in der Testphase. Sie läuft seit November und im März soll eine erste Bilanz gezogen werden. Bisher war noch kein Hai in der Bucht, das kann aber Zufall sein. Umweltschützer sind trotzdem begeistert. Denn bisher wurden Strände durch große Netze geschützt, in denen sich auch andere Tiere verfingen. Die Strom-Variante ist da effizienter und schützt die anderen Meeresbewohner. Bei Erfolg sollen bald mehrere Kilometer Stromkabel unter Wasser verlegt werden.