Zeig ihr, wie du gehst, und Andrea Latritsch-Karlbauer sagt dir, wer du bist. Sie analysiert den Gang des Menschen und sagt, wie es besser geht.

Andrea Latritsch-Karlbauer ist Schauspielerin, Autorin und Regisseurin, hat sich also von Berufswegen viel mit Haltung auseinandergesetzt. Denn gerade um bestimmte Typen verkörpern zu können, ist es wichtig eine Haltung anzunehmen, die für sie typisch ist. Bestimmte Haltungen nimmt der Mensch zum Schutz ein, aus Angst, Scheu oder Niedergeschlagenheit. Doch diese Schutzhaltungen können zu einem Zwang werden. Sie können uns unfrei machen und unser Wohlbefinden beeinträchtigen.

Was ist Paulus für ein Mensch?

Unser Moderator Paulus will deshalb von Andrea wissen, was er für einen Gang hat.

Die Analyse Andreas: "Ich habe eine Hitparade der Alltagshaltungen. Du fällst unter die schrägfüßigen Vorwärtsschieber: Die Füße zeigen schräg nach außen, dadurch wird das Becken blockiert, und die Schultern und die Arme versuchen das auszugleichen. Man sieht, dass du ein sehr aktiver und neugieriger Mensch bist, viel wissen willst, und dich manchmal etwas selbst blockierst, weil du vielleicht ein bisschen zu schnell unterwegs bist. Du bist jemand, der sehr aktiv an den Dingen arbeitet, aber manchmal, wenn es um die Ernte geht, vielleicht ein bisschen zu bescheiden bist."

Das ganze Leben in den Füßen

Andrea erkennt an der Fußstellung, wie der Mensch sich im Leben positioniert hat. Wenn der Mensch zu gehen beginnt, ist er sehr mittig und ausbalanciert.

"Der Urzustand ist die Balance. Je nach Erziehungsmuster fangen wir an, uns zu verbiegen. Und die Füße positionieren sich genauso, wie wir in unserem Leben stehen."
Andrea Latritsch-Karlbauer, Schauspielerin, Autorin und Regisseurin

Zeigen beispielsweise die Füße nach innen, bedeutet das, wir nehmen uns nicht so ernst oder nehmen uns zurück, sagt die Haltungsexpertin. Dabei wirken Füße, Atmung, Körpersprache und Gesichtsausdruck zusammen. Die Füße geben an das Gehirn das Signal, ob ich eher an mich glaube oder ob ich eher zurückhaltend bin, erklärt Andrea.

Aus dem Gleichgewicht

Zum Beispiel ist der Oberkörper von Angela Merkel sehr kompakt, komprimiert. Die Schultern sind hoch, dadurch hat das Gesicht wenig Mimik und Andrea hat den Eindruck, dass Frau Merkel nicht richtig atmet. "Das hängt sicherlich damit zusammen, dass sie sich immer zusammenreißen muss, um nicht ihre eigene Meinung zu sagen", analysiert Andrea die Bundeskanzlerin.

Zurück zur Mitte

Um den Menschen zu zeigen, wie schräg sie gehen, imitiert Andrea die Gangart ihrer Kunden. Danach zeigt sie ihnen kleine, einfache Übungen, mit denen sie zu ihrem Gleichgewicht zurückkehren können.

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