Polizisten haben angefangen, den Hambacher Forst von Klimaaktivisten zu räumen. Der Einsatz wird wahrscheinlich mehrere Tage dauern.

Das Bauministerium in Nordrhein-Westfalen hat die Ansage gemacht, nun muss die Polizei rund 60 bisher geduldete Baumhäuser im Hambacher Forst räumen. Die Begründung des Ministeriums: mangelnder Brandschutz im Lager. Dort leben seit 2012 Klimaaktivisten, die die Rodung des Forsts verhindern wollen.

"Natürlich ist das eine Besetzung also insofern nicht legal. Aber es ist über Jahre hinweg geduldet worden."
Vivien Leue, Deutschlandfunk Nova

Die Polizei ist mit Wasserwerfern, Hebebühnen und schwerem Räumgerät angerückt, mehrere Hundertschaften sind vor Ort. Aktuell werden im Hambacher Forst erste Bäume gefällt, damit große Lkw mit Hebebühnen in den Wald kommen – Vorbereitungen, um die Waldbesetzer aus ihren Baumhäuser zu holen. Die Baumhäuser sind zum Teil auf 15 oder 20 Meter Höhe.

Die Hälfte des Hambacher Forsts soll weg

Die Kohlegegner haben Widerstand angekündigt: "Tausende Menschen werden sich in den nächsten Tagen mit Demonstrationen, Sitzblockaden und Waldspaziergängen für den Erhalt des Waldes einsetzen", heißt es von Seiten der Klimaschützer.

Der Energiekonzern RWE möchte im Herbst mehr als die Hälfte das Waldes abholzen, um Braunkohle abbauen zu können. Der Wald am Braunkohletagebau Hambach zwischen Aachen und Köln ist über die Jahre zu einem Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die deutsche Klimapolitik.

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