Ein kaputter Akku, ein gesplittertes Display – das ist oft das Ende eines Handylebens. Ein Hersteller bietet jetzt Reparatursets an – ganz offiziell. Die meisten anderen Telefone lassen sich auch selbst reparieren. 

Motorola verkauft Reparatursets für seine Smartphones. Das ist für eine Branche, die eher für Reparaturfeindlichkeit bekannt ist, etwas Besonderes. Unser Netzreporter Konstantin Köhler hat sich das Angebot und die Reparaturmöglichkeiten bei Smartphones grundsätzlich angesehen. 

"Motorola sendet mit diesem offiziellen Reparaturset ein Zeichen: Repariert euer Gerät selbst, dann müsst ihr euch kein neues kaufen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Das Angebot von Motorola ist auch als Aufforderung zu verstehen, die Handys selbst zu reparieren und auf ein neues Modell zu verzichten, meint Konstantin. Dafür bieten sich, je nach Schaden, verschiedene Optionen: Beim Akkuset sind zum Beispiel ein neuer Akku und verschiedene kleine Werkzeuge dabei – Displayöffner, Saugnapf und kleine Schraubendreher. Die Seite Ifixit verkauft die Ersatzteile. So sieht eines der Sets aus.

Reparaturset für Motorola-Handy

Für eine Reparatur braucht ihr Geduld und eine ruhige Hand. Bei der Vorbereitung helfen auch diverse Erklärvideos. Mit ein bisschen Geschick lässt sich so ein Akku dann, auch wenn er fest verbaut ist, in 30 bis 45 Minuten austauschen.

Die meisten Handys lassen sich reparieren

Das geht bei Geräten von fast allen Herstellern, also auch bei Samsung-, Apple- und Huawei-Smartphones. Für sie gibt es zwar auch Reparatursets, aber nicht offiziell von den Herstellern autorisierte.

Die Garantie erlischt aber ohnehin beim Öffnen des Telefons – auch bei Motorola. Der wichtigste Unterschied: Bei Motorola bekommt ihr Ersatzteile vom Hersteller, bei den anderen nicht. Das ist bei einem defekten Akku oder einem gesprungenen Display aber auch nicht so wichtig, wenn das Gerät ohne Reparatur überhaupt nicht mehr funktioniert.

"Das geht bei fast allen Geräten - also auch bei Apple-, Samsung- und Huawei-Geräten. Das sind dann inoffizielle Sets von Drittanbietern."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Grundsätzlich lassen sich Handys auch beim Hersteller reparieren. Das kann aber schnell teuer werden und ist häufig langwierig, vor allem dann, wenn ihr das Telefon einschicken müsst. Da ist die DIY-Reparatur eine echte Alternative.

Generell könnt ihr bei Handys fast alle Teile tauschen: Display, Akku, Home-Button, Front- und Hauptkamera, Ladebuchse, Hörmuschel und die Kopfhörerbuchse. Für viele Teile und Modelle gibt es entsprechende Anleitungen. Die findet ihr am einfachsten mit einer Google-Suche nach Hersteller, Modell und dem kaputten Teil. 

Unser Bild oben zeigt die Reparatur eines iPhones in einem Servicebetrieb in München 2012

Bei Reddit gibt es zum Thema Handy-Reparatur den Bereich www.reddit.com/r/mobilerepair/ (englischsprachig).

Mehr zu Elektrogeräten und Reparatur bei Deutschlandfunk Nova:

  • Smartphonekonsum: Was wir tun können, um Ressourcen zu schonen | Smartphones sind Ressourcenfresser. Darum wäre es logisch, unser Smartphone möglichst lange zu nutzen. Ein paar simple Tricks helfen dabei: Smartphone weiter geben, Verträge ohne neues Gerät abschließen und bessere Reparaturoptionen vom Hersteller.
  • Elektrogeräte: Je kürzer das Leben, desto größer der Schrotthaufen | Ihr kauft euch einen Drucker und nach zwei, drei Jahren geht plötzlich nichts mehr. An eine Reparatur denken wir gar nicht - wäre viel zu teuer. Günstiger ist es, einen neuen zu kaufen. Bauen Hersteller ihre Drucker und andere Elektrogeräte vielleicht absichtlich schlecht, um davon zu profitieren?