Der Haushalt gehört zu den gefährlichsten Umgebungen auf unserem Planeten. Einer Studie zufolge sterben durch Haushaltsunfälle jedes Jahr fast 10.000 Menschen – dreimal mehr als im Straßenverkehr. 

Nicht nur Fensterputzen oder Staubsaugen können tödlich sein. Kürzlich kam eine bekannte französische Fitness-Bloggerin aus Mülhausen ums Leben – bei der Zubereitung von Sprühsahne: Ein Sahnespender war explodiert.

"Diese zehn Zentimeter langen Gaspatronen haben mächtig Druck."
Dr. Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Der obere Teil wurde abgesprengt und ist ihr scheinbar so unglücklich gegen den Brustkorb gedonnert, erklärt Notfallmediziner Johannes Wimmer, dass ihr Herz stehen blieb. Durch die Wucht war es aus dem Rhythmus gekommen. 

14.3k Likes, 2,475 Comments - Rebecca Burger (@rebeccablikes) on Instagram: "Voici un exemple de siphon à chantilly qui a explosé et percuté le thorax de Rebecca, entraînant..."
Voici un exemple de siphon à chantilly qui a explosé et percuté le thorax de Rebecca, entraînant son décès. Précision : le siphon qui a engendré sa mort quant à lui été mis sous scellé. N'utilisez pas ce genre d'ustensile chez vous ! Plusieurs dizaines de milliers d'appareils défectueux sont encore en circulation.

Wenn das Herz nicht mehr schlägt, ist allerhöchster Alarm, sagt Johannes Wimmer. Schon nach kurzer Zeit trete ein irreversibler Hirnschaden ein. Normalerweise stimuliert sich das Herz ja selbst und pumpt das Blut in unseren Körper. Wenn es aber nur noch flattert – beim Kammerflimmern ist das der Fall – wird das Blut nicht mehr transportiert.

"Mit einem kardialen Faustschlag kann man es zurückholen: Volle Pulle draufschlagen – das ist wie ein Reset."
Dr. Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Oder aber ihr drückt und versucht die klassische Wiederbelebung, die ihr vielleicht aus dem Erste-Hilfe-Kurs kennt, rät Johannes Wimmer.

Meistens sind es Stürze

Der Unfall mit dem Sahnespender kommt eher selten vor. Die Notaufnahme sei vor allem wegen eines anderen Unfalls voll, sagt Johannes Wimmer: 80 Prozent der Heimunfälle seien nämlich Stürze, gerade auch bei alten Menschen. Und nicht selten enden die auch tödlich. Bei den eigenen Eltern und Großeltern sollte man daheim unbedingt die Stolperfallen beseitigen, rät Dr. Johannes Wimmer.

"Ihr solltet auf jeden Fall einen Erste-Hilfe-Kasten zuhause haben, nicht nur im Auto. Und im Zweifelsfall: Ab in die Notaufnahme."
Dr. Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Oft könnt ihr euch aber erst mal selbst helfen, sagt Johannes Wimmer:

  • Bei Schnittwunden feste draufdrücken
  • Schauen, dass die Tetanus-Impfung aufgefrischt ist
  • Bei Verbrennungen mit kaltem Wasser kühlen

Die absurdeste Geschichte, die er selbst behandelt hat, war eine Kreissägen-Verletzung. Für diese Dinger brauche man eigentlich einen Waffenschein, sagt Dr. Johannes Wimmer. 

"Der Mann hat sich mit seinen zwei abgeschnittenen Fingern - eingewickelt in ein Küchentuch, aus dem es schon tropfte - brav in die Schlange der Notaufnahme gestellt."
Dr. Johannes Wimmer, Notfallmediziner