Wenn Katzen schnurren, dann ist das besonders für Katzenliebhaber ein gutes Gefühl. Dabei können schnurrende Katzen noch viel mehr. Was, weiß Deutschlandfunk-Nova-Biologe Mario Ludwig.

Wenn eine Katze schnurrt, dann bedeutet das oft, dass es ihr gut geht. So ist das allerdings nicht immer: Manchmal schnurren Katzen auch, wenn sie Schmerzen haben oder wenn es ihnen nicht gut geht. Viele Frauchen und Herrchen glauben dann auch, dass die Katze ihnen etwas mitteilen will – zum Beispiel, dass sie Hunger hat.

"Keine Regel ohne Ausnahme. Katzen schnurren auch dann, wenn sie gestresst sind, sich fürchten, oder große Schmerzen haben."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Biologe

Die ideale Schnurrfrequenz liegt bei 27 und 44 Hertz 

Dabei hat das Schnurren bei Katzen eine geradezu lebensrettende Aufgabe, weiß Mario Ludwig. Vor allem bei den Katzen selbst: Denn durch das Schnurren werden Vibrationen im Katzenkörper ausgelöst. Die helfen, verletzte Knochen und Gelenke schneller zu heilen. Es gibt sogar ein passendes Sprichwort bei Tierärzten, sagt Mario Ludwig: "Wenn man eine Katze und einen Haufen gebrochener Knochen nebeneinanderstellt, heilen die Knochen."

"Schnurren dient dem Gesundheitsmanagement der Katzen. Die, durch das Schnurren ausgelösten Vibrationen, unterstützen nämlich ganz massiv die Heilung verletzter Knochen und Gelenke."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Biologe

Die ideale Schnurrfrequenz liegt bei 27 und 44 Hertz. Das besagt eine Studie des "Fauna Communications Research Institute" in North Carolina. Die Forscherinnen und Forscher der Studie kommen zum Schluss, dass besondere Knochenbrüche bei Katzen schneller heilen als bei anderen Tieren – und das aufgrund des Schnurrens. 

Das Ganze funktioniert so: Durch das Schnurren wird die Muskulatur der Katze stimuliert. Die wiederum ist eng mit dem Knochen verbunden. Es entsteht eine kaum erkennbare Belastung der Muskeln, wodurch das Knochenwachstum angeregt wird. So sollen poröse Knochen mehr Dichte bekommen und gebrochene Knochen schneller heilen. Das sagt laut dpa auch Leo Brunnberg von der Klinik für Haustiere an der Freien Universität Berlin, der sich mit der Heilung durch Katzenschnurren beschäftigt.

Auch Menschen soll das Katzenschnurren helfen

Auch bei Menschen sollen Knochenbrüche durch Katzenschnurren besser heilen. Und dafür sei noch nicht mal die Katze selbst nötig, glaubt zumindest ein österreichischer Mediziner. Er hat 2010 ein sogenanntes Schnurr-Therapie-Gerät namens KST – 2010 entwickelt. 

Das soll die Geräusche und die Vibrationen der schnurrenden Katze perfekt imitieren. Neben schnellerer Knochenheilung soll es auch bei dem Aufbau von Knochendichte und auftretender Osteoporose helfen, Rückenschmerzen und Asthma lindern. Belegt sind diese Aussagen allerdings nicht, sagt Mario Ludwig. 

"Unser Gehirn schüttet, wenn wir Katzenschnurren vernehmen, vermehrt das sogenannte 'Wohlfühlhormon' Serotonin aus. Will heißen Katzenschnurren macht gute Laune."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Biologe

Darüber hinaus könnten Katzen noch weitere positive Eigenschaften für den Menschen haben: Laut einer Studie der Universität von Minnesota sollen Menschen, die eine Katze halten, ein geringeres Risiko für Herzinfarkte haben. Und unser Tierexperte weist noch auf einen anderen positiven Effekt hin: Unser Gehirn schüttet vermehrt das Wohlfühlhormon Serotonin aus, wenn es eine Katze schnurren hört. Katzen schnurren macht also gute Laune.

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