Einige Hochzeitsbräuche wirken nicht mehr ganz zeitgemäß, das zeigt auch eine YouGov-Umfrage. Trotzdem entscheiden sich immer noch drei Viertel der heterosexuellen Paare für den Namen des Mannes.

Bennifer – wie Jennifer Lopez und Ben Affleck von den Medien oft genannt werden – haben geheiratet. Inzwischen werden die beiden oft auch augenzwinkernd als Againifer bezeichnet, weil sie sich bereits vor 20 Jahren verlobt, aber 2004 auch schon wieder die Trennung verkündet hatten.

Mr. und Mrs. Affleck

In "A Little White Wedding Chapel" gaben sich die Beiden nun das schnelle Ja-Wort. Das hat viele Fans des Paares hoch erfreut. Gleichzeitig gab es Diskussionen, dass Jennifer Lopez den Namen ihres Mannes angenommen hat und nun offiziell Jennifer Affleck heißt.

Unwahrscheinlich ist, dass sie auch unter diesem Namen als Künstlerin auftreten wird, zumindest ist sicher, dass sie dann marketingstrategisch sehr schlecht beraten wäre, da es sich bei ihrem Namen oder auch der Abkürzung J.Lo inzwischen um eine weltbekannte Marke handelt.

Ehe: Konservative Institution mit überkommenen Bräuchen

Dass einige Hochzeitsbräuche inzwischen als überholt gelten, zeigt eine YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2016:

  • Entführung der Braut - nur 26 Prozent der Befragten wollen, dass dieser Tradition bestehen bleibt.

Andere Bräuche bleiben weiterhin bei der Mehrheit beliebt:

  • Der Vater bringt die Braut zum Altar und übergibt sie an den Bräutigam - 76 Prozent der Befragten mögen das.
  • Die Braut wirft einen Blumenstrauß - 77 Prozent sprechen sich dafür aus, diesen Brauch beizubehalten.
"Er ist der letzte Stammhalter seines Namens. Sonst stirbt seine Familie namentlich aus, wenn wir das jetzt nicht fortführen. Und das wollte ich natürlich nicht.
Erika hat den Namen ihres Mannes angenommen

Bei der Frage nach dem Nachnamen ist die Tendenz nicht ganz so eindeutig: 45 Prozent wollen das erhalten, für 42 Prozent ist dieser Brauch dagegen überholt – der Rest machte keine Angaben.

Für viele ist das zum einen eine emotionale Frage, wenn es darum geht, wie die Familie und künftige Kinder mit Nachnamen heißen werden.

Aber es gibt auch noch einen pragmatischen Aspekt: Hat sich einer der beiden Partner bereits in der Öffentlichkeit einen Namen gemacht, könnte es auch Auswirkungen auf die Karriere haben, den eigenen Namen abzugeben. Und mehrheitlich machen das immer noch die Frauen.

Tradition setzt sich bisher durch

Das zeigt auch eine Untersuchung der Gesellschaft für deutsche Sprache aus dem Jahr 2018: Etwa drei Viertel der heterosexuellen Paaren entscheiden sich ganz traditionell dafür, den Namen des Mannes als Familiennamen zu nehmen. Nur jeder 16. Mann gibt also den eigenen Namen ab und übernimmt den seiner Frau.

"Ich habe mich sehr identifiziert mit meinem Nachnamen oder mit meinem ganzen Namen. Es war so, also ob ich einen kleinen Teil von mir weggebe."
Erika hat den Namen ihres Mannes angenommen

China: Jeder behält den eigenen Namen

Im bevölkerungsreichsten Land der Welt, in China zum Beispiel, behält jede*r Ehepartner*in grundsätzlich den eignen Namen. Wenn beide das explizit wollen, dann kann die Frau auf Antrag den Namen des Mannes annehmen und – wenn sie will – ihren eigenen Namen hinten dranhängen. Der gemeinsame Familienname ist dort aber eher die Ausnahme.