Ein Traum für alle Sportmuffel: Joggen war gestern. Heute nehmt ihr in der Badewanne ab! Forscher wollen rausgefunden haben, dass ein 60-Minuten-Bad in 40 Grad heißem Wasser genauso viele Kalorien verbrennt wie 30 Minuten walken. Stimmt das?

Wir haben mit der Sportmedizinerin Christine Graf über die Studie gesprochen. Sie arbeitet am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln.

"Eine Stunde in der Badewanne verbraucht etwa 130 Kilokalorien. Eine Masse ist das jetzt nicht."
Christine Graf, Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der DSHS Köln
  • Eine Stunde Laufen verbrennt im Vergleich dazu 600 Kilokalorien, also mehr als das Vierfache
  • Die 600 Kalorien entsprechen etwa einer Tafel Schokolade, erklärt Graf
  • Für eine Tafel Schokolade müsst ihr also eine Stunde laufen, für eine Vierteltafel (oder zwei Schokoriegel) eine Stunde baden

Wer jetzt gut in Mathe ist, kann sich ausrechnen: Für eine ganze Tafel Schoki müsstet ihr also mindestens vier Stunden baden. Die Frage ist jetzt natürlich, ob ihr euch bei vier Stunden baden nicht zu Tode langweilen würdet. Außerdem sei eine Stunde baden schon relativ lang, sagt Graf. Sie kenne niemanden, der das freiwillig macht.

Trotzdem: Es funktioniert

Die Hitze während des Badens sorgt dafür, dass der Stoffwechsel angeregt wird, erklärt die Sportmedizinerin.

"Verschiedene Systeme, die uns antreiben, werden beim Baden in Gang gesetzt. Dadurch wird auch die Herzfrequenz ein Stück weit gesteigert."
Christine Graf, Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der DSHS Köln

Baden wirkt sich zudem auch positiv auf die Blutfettwerte aus, sagt Graf. Es steigere das gute und senke das böse Cholesterin. 

Der Haken an der Sache

Es gibt aber auch einen Haken beim Abnehmen durch Baden: Denn Muskeln selbst werde natürlich nicht trainiert, wie etwa beim Laufen. 

"Die Durchblutungssituation wird zwar besser – aber die Kontraktion des Muskels fehlt."
Christine Graf, Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der DSHS Köln

In der Sauna sei es ähnlich wie beim Baden, erklärt Graf. Auch da gehe es um die Erhöhung der Körperkerntemperatur von normalerweise 37 Grad. Und genauso wie beim Heiß Baden gibt es natürlich Risiken, die für manche Patienten mit der Hitzeeinwirkung verbunden sind.

"Für Patienten mit Herz-Kreislauf- Problemen oder Durchblutungsstörungen kann die Herzfrequenz-Steigerung gefährlich werden."
Christine Graf, Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der DSHS Köln

Ob sich die Baden-und-dabei-Abnehmen-Wirkung durch den Konsum etwa besonders scharfer Chilis noch steigern lässt, ist leider noch nicht untersucht…