Einmal im Sommer im Park durch das Gras gelaufen und schon juckt es. Neben dem starken Juckreiz bilden sich später Pusteln auf der Haut. Klingt das bekannt? Dann seid ihr möglicherweise Herbstmilben begegnet.

Die Milbe hat viele Namen: Herbstmilbe, Herbstgrasmilbe oder Erntemilbe. Viele kennen sie auch als Grasmilbe – diese Bezeichnung ist allerdings nicht korrekt. Verwandt ist das Spinnentier mit der Zecke. Zwischen ihnen gibt es aber auch wichtige Unterschiede: Die Herbstmilbe saugt weder Blut, noch ist sie gefährlich.

Anders als die Zecke überträgt die Herbstmilbe nicht etwa Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), erklärt Dermatologe Karl-Heinz Vehring. Der Juckreiz und die Pusteln seien hingegen eine Immunreaktion in der Haut.

Ein Juckreiz, der andauert

Für den Juckreiz sorgen die Larven der Milben, wenn sie die Haut des Menschen oder eines Tieres mit ihrem Speichel auflösen, um an die Hautzellen zu kommen. Die nämlich dienen der Larve als Nahrung.

Durch Kratzen stirbt zwar die Milbe, ihr Mundwerkzeug aber bleibt in der Haut. Die Folge: Mehr Juckreiz und auf der Haut können sich Pusteln bilden – bis zu 14 Tage kann das andauern. Kortisonhaltige Salben können die Symptome lindern.

Rasen mähen, Kleidung wechseln, duschen

Was schon vor dem Biss gegen Herbstmilben hilft, ist regelmäßiges Rasenmähen. Denn: Die Larven der Milbe sitzen auf der Grasspitze. Damit die nicht weiter im Heu auf dem kurz geschnittenen Gras liegen, solltet ihr den abgemähten Rasen im Anschluss entsorgen.

Häufiges Mähen ist im heimischen Garten natürliche eine andere Sache als auf der Wiese im Park. Hier können Repellents Abhilfe verschaffen. Das sind Sprays, die etwa DEET enthalten und auch als Insektenschutz im Einsatz sind. Nach dem Parkbesuch empfiehlt sich ein Kleiderwechsel und eine Dusche, weil die 0,2 Millimeter großen Larven auch durch die Kleidung kommen.

"Was hilft, sind Repellents. Das sind Flüssigkeiten, die Insekten abstoßen."
Grit Eggerichs, Deuschlandfunk-Nova-Reporterin

Im Süden von Deutschland kommen Herbstmilben übrigens häufiger vor – sie bevorzugen Wärme. Durch den Klimawandel und den dadurch höheren Temperaturen, sind die Milben mittlerweile aber auch im Norden unterwegs.