Die Geschichte der Menschheit begann vor 2,7 Millionen Jahren. Damals saßen wir noch auf Bäumen, heute am Computer. Jahrtausendelang existierten verschiedene Vorfahren des Menschen, die Hominiden, die sich nicht nur begegneten, sondern auch vermischten.

Bewiesenermaßen trifft das unter anderem auf den Neandertaler und den Homo sapiens zu. Der Homo sapiens, von dem jeder von uns größtenteils abstammt, wandert schließlich von Afrika nach Europa aus und setzt sich gegen alle anderen Arten durch.

Einer seiner Vorgänger, der Homo erectus - ebenfalls aus Afrika - hatte als erste Menschenart überhaupt mit der Treibjagd begonnen. Diese setzt bereits besondere geistige Fähigkeiten voraus.    

"Für eine Treibjagd muss man eine Gruppe von Menschen organisieren. Es bedarf auch einer Persönlichkeit, die das Ganze anführt: Charisma, mehr Wissen als andere."
Hermann Parzinger, Prähistoriker

Problemlösendes Denken nimmt bei den Hominiden in der Folge immer größere Ausmaße an, zu bestimmten Zeiten ist ein extrem schnelles Wachstum des Gehirns feststellbar. Dennoch entwickelt sich der Fortschritt über sehr große Zeiträume nur sehr langsam. Die Schlagzahl der Veränderungen ist vor hunderttausenden von Jahren äußerst gering. Nicht nur über Generationen, selbst über Jahrtausende hinweg müssen unsere Vorfahren die Natur beobachten, um von Erfahrungswerten profitieren zu können.

Der Prähistoriker Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat am 28.08.2017 bei der Berliner Sommeruni zu diesem Thema gesprochen. Sein Vortrag stand unter der Überschrift "Wildbeutertum - Landwirtschaft - komplexe Gesellschaft. Von der Adaptionsfähigkeit und Innovationskraft früher Kulturen". Die Sommeruni wird alljährlich von der Berliner Akademie für weiterbildende Studien mit einem Kooperationspartner veranstaltet, diesmal mit der Humboldt-Universität.

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