Mit dem Frühling beginnt der Pollenflug. Manch einen trifft es dann ganz plötzlich. Jahrzehntelang kein Heuschnupfen und plötzlich jucken die Augen. Wie ihr erkennt, ob ihr allergisch seid und was ihr gegen Heuschnupfen tun könnt, weiß die Allergologin Margitta Worm von der Charité Berlin.

Bei einer Allergie gilt es zunächst zu unterscheiden:

  • handelt es sich um eine Kontaktallergie, die zum Beispiel durch den Kontakt mit Cremes oder anderen Stoffen entsteht
  • handelt es sich um eine Schleimhautallergie. Dann sind die Augen gerötet und die Nase läuft

Eine Pollenallergie erkennt ihr daran, dass sie nur zu einer bestimmten Jahreszeit auftritt, sagt Margitta Worm von der Charité Berlin. "Die genannten Symptome entstehen dann nur zur Pollenflugzeit." Beim Heuschnupfen ist das Immunsystem überempfindlich, erklärt Margitta Worm. Der Grund dafür: Hier in Deutschland haben wir eine sehr saubere Umwelt, das mikrobiell kaum noch mit Keimen belastet ist. "Darum reagiert das Immunsystem häufiger auf normale Umweltreize."

"Das Immunsystem langweilt sich und reagiert auf harmlose Umweltreize wie die Pollen. Es kann jeden Tag der Tag auftreten, an dem man plötzlich zum Allergiker wird."
Margitta Worm erklärt, wie eine Allergie entsteht

Plötzlich da, plötzlich wieder weg

Von heute auf morgen reagiert das Immunsystem allerdings nicht allergisch, zunächst muss es eine allergische Antwort auf bestimmte Umweltreize ausbilden. "Das dauert ein bis zwei Wochen. Meistens tragen Menschen schon vorher die Veranlagung zur Allergie in sich. Eines Tages treten dann die Symptome auf." Die positive Nachricht: Eine Allergie kann genauso plötzlich wieder verschwinden, wie sie aufgetreten ist, sagt Margitta Worm.

Viele Heuschnupfenkandidaten haben zurzeit den Eindruck, ihre allergischen Reaktionen seien besonders intensiv. Das ist immer dann der Fall, wenn plötzlich hohe Temperaturen auftreten und es wenig regnet - dann steigt die Anzahl der Pollen in der Luft. Städter zeigen dann übrigens stärkere Symptome als Menschen, die auf dem Land leben. In der Stadt kommt nämlich noch die Feinstaubbelastung hinzu, die es Allergikern besonders schwer macht.

Allergie - aber wogegen?

Margitta Worm empfiehlt, auf jeden Fall einen Allergietest zu machen, wenn ihr das Gefühl habt, Heuschnupfen zu haben. Denn manchmal hat die triefende Nase auch einen anderen Grund - vielleicht eine Hausstaubmilben-Allergie oder eine Tierhaarallergie. Dann könnt ihr bei euch zuhause die Teppich rausschmeißen oder den Kontakt zu Katzen und Hunden meiden.

Für alle Pollenallergiker gilt: Im Zweifel Richtung Süden fahren, irgendwohin, wo die Vegetation nicht so üppig ist. Da habt ihr auch weniger Stress mit Pollen.