91,2 Prozent der Deutschen sind der Meinung, es sollte für jeden Bürger verpflichtend sein, mindestens einmal im Leben an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen. In Wirklichkeit machen das viel weniger Menschen. Vor allem: Kaum jemand, die einmal einen Erste-Hilfe-Kurs vor der Führerscheinprüfung macht, frischt sein Wissen im Laufe des Lebens noch einmal auf.

Beinahe jeder Achte in Deutschland hat noch nie an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Patientenmagazins "Hausarzt" hervor. Insgesamt wurden 1.016 Frauen und Männer befragt. 

Von den Frauen habe jede Siebte noch keinen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, von den Männern jeder Zehnte. Bei mehr als der Hälfte der Frauen und Männer in Deutschland (54,1 Prozent) liegt der Kurs schon mindestens zehn Jahre zurück. Neun von zehn Deutschen glauben allerdings, dass es für jeden Bürger verpflichtend sein sollte, mindestens einmal im Leben an einem solchen Kurs teilzunehmen. 

Was tut ihr als Allererstes?

Das Allerwichtigste in der Ersten Hilfe sei es, an die eigene Sicherheit zu denken, sagt Philipp Stehling. Er ist Notfallsanitäter im Rettungsdienst und studiert berufsbegleitend Emergency Management. Außerdem ist er als Erste-Hilfe- und Sanitätsausbilder aktiv. Im Straßenverkehr bedeute "eigene Sicherheit" zum Beispiel, die Unfallstelle abzusichern: das Auto anhalten, Warnblinker setzen, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.

"Ihr müsst euch zunächst einen Überblick verschaffen und dann einen Notruf absetzen: über die 112."
Philipp Stehling, Notfallsanitäter

Erst, wenn ihr das gemacht habt, solltet ihr euch den lebensrettenden Sofortmaßnahmen widmen, erklärt der Experte - etwa der stabilen Seitenlage oder dem Stillen großer Blutungen. Bei Instagram könnt ihr euch diverse Erste-Hilfe-Videos von Philipp anschauen.

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Eine stabile Seitenlage komme nur dann in Frage, wenn der Patient bewusstlos ist, aber atmet. Der größte Fehler sei es, nichts zu tun, sagt Phillip. Allzu große Fehler könnten nicht passieren. Außerdem könne man sich ja durch die telefonische Hilfe am Telefon absichern - sogar, wenn es zum Äußersten kommt.

Reanimation per Telefon

Wenn der Patient bewusstlos ist und nicht atmet, müsse man die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen, die Reanimation. Für diesen schweren Fall seien die Mitarbeiter der Notrufzentralen geschult, gezielte Anweisungen zu geben.

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Nach dem für den Führerschein verpflichtenden Erste-Hilfe-Kurs kommt oft lange Zeit nichts mehr, weiß Philipp. Er plädiert dafür, das zu ändern. Um engsten Angehörigen, aber auch Freunden und Fremden jederzeit helfen zu können. 

"​Eigentlich sollte man alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Gerne auch öfter."
Philipp Stehling, Notfallsanitäter

Gerade die stabile Seitenlage könne man aber auch mit Freunden mal eben schnell üben und so sein Wissen wieder auffrischen.


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