Taube anfassen oder nicht? Fuchs mitnehmen oder liegen lassen? Unsere Reporterin hat sich umgehört, was man am besten mit verletzten Tieren anstellt.

Ein kleiner Bär in den USA hat richtig Glück gehabt.  Das Jungtier wurde nach einem Waldbrand im amerikanischen Bundesstaat Colorado gerettet. Seine Pfoten sind verbrannt  und jetzt bandagiert worden. Das Tier bekommt Medikamente und wird bald wieder wohl so gesund, dass es später ausgewildert werden kann.

Falls ihr hier einen kleinen Bären findet oder ein riesiges Meerschweinchen oder ein anderes Wildtier, das gerettet werden muss, weiß unsere Reporterin Rebekka Endler, was für das Tier das Beste ist und wie ihr euch nicht selbst gefährdet.

Ein Anruf beim Jäger und Förster

Sie hat sich umgehört und gefragt, was Leute auf der Straße machen würden, wenn sie einen verletzten Fuchs in der Stadt sehen. Bei den Antworten war alles dabei: von Hilfe suchen bis Google fragen und den Tierschutz anrufen. Eigentlich muss bei einem Fuchs ein Jäger oder Förster gerufen werden, auch in der Stadt, weiß die Wildtierexpertin Katharina Stenglein.

"Bei einem verletzten Fuchs ist es so, wie bei vielen Tieren, die im Jagdrecht stehen, dass der Jagdausübungsberechtige angerufen werden muss oder der Förster."
Katharina Stenglein, Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland

Sie ist Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland. Außer bei den für die jeweilige Stadt zuständigen Jagdausübungsberechtigten oder Förstern kann man auch beim Tierheim oder der Polizei anrufen, sagt sie.

"Wenn das Tier jetzt schwer verletzt ist, würde ich natürlich auch schnell handeln und einen Tierarzt anrufen."
Katharina Stenglein, Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland

Ihr solltet den Fuchs nicht einfach aufheben und mitnehmen.

"Tollwut ist hier in Deutschland nicht das Problem, aber wenn man ein Tier einfach so mitnehmen würde, macht man sich eigentlich wegen Wilderei strafbar."
Katharina Stenglein, Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland

Egal ob Füchse, Waschbären oder Hasen:  Tiere, die einem hilfsbedürftig erscheinen einfach mitzunehmen, ist nie die erste Wahl. Mit einer Ausnahme: Eichhörnchen.

"Wenn Eichhörnchen sich ganz leicht einfangen lassen oder dem Menschen sogar hinterherlaufen, dann besteht bei Eichhörnchen große Not und sie sollten wirklich mitgenommen werden."
Katharina Stenglein, Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland

Mitnehmen heißt: Das Eichhörnchen in eine Auffangstation bringen, wo die Tiere von Profis gepäppelt und aufgezogen werden können, denn: Wildtiere dürfen nicht ohne Genehmigung gehalten werden.

Das Tier soll danach im Idealfall wieder in die freie Wildbahn entlassen werden, weswegen es mit Artgenossen gehalten werden sollte.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ein Tier Hilfe braucht, empfiehlt Katharina Stenglein es eine Weile zu beobachten. Häufig helfen sich die Tiere selbst und Jungtieren wird von den Eltern geholfen.

"Bei Vögeln ist es meisten so, wenn es Ästlinge sind, dass die noch weiter versorgt werden, auch wenn die am Boden sitzen oder im Gebüsch. Man kann Vögel durchaus aufheben und ins nächste Gebüsch setzen, damit die ein bisschen geschützter sind."
Katharina Stenglein, Biologin und Wildtierexpertin beim Naturschutzbund Deutschland

Das gilt nur für Vögel, denn die identifizieren ihren Nachwuchs nicht über den Geruch. Säugetiere hingegen riechen uns Menschen und da könnte unser Eingreifen dazu führen, dass die Jungtiere verlassen werden. 

Auch Tauben darf also geholfen werden. Wenn eine Taube angefahren wurde oder sich in einem Netz verfangen hat und alleine nicht mehr rauskommt, dann braucht sie Hilfe. 

Das gilt im Übrigen für alle Tiere verletzten Tiere. Wer nicht helfen kann oder will, sollte wenigstens beim Tierheim oder bei der Polizei anrufen. Rebekka findet: Nur an dem Tier vorbeigehen, das sollte man nicht.

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