Das US-Plattenlabel Rawkus Records war in den 90er Jahren für den Aufstieg vieler innovativer, fresher und neuer Rapper verantwortlich. Mos Def, Talib Kweli oder Pharoahe Monch veröffentlichten ihre ersten Soloalben bei Rawkus. 20 Jahre nach Erscheinen des Company Flow Klassikers „Funcrusher Plus“ widmet Green goes Black dem Label ein dreistündiges Spezial.

Rawkus Records wurde 1996 in New York gegründet. Wie so oft taten sich zwei Kumpels zusammen, in diesem Fall waren es Jarret Meyer und Brain Brater. Das Label wurde zwar von Anfang an als Indielabel wahrgenommen, doch tatsächlich hatten die beiden Gründer von Anfang an gute finanzielle Unterstützung, um das Label aufzubauen und Werbung zu schalten. 

Kein Geringerer als James Murdoch, der leicht reiche Sohn des Multimilliardärs und Medienmoguls Rupert Murdoch, griff den beiden Rawkus-Gründern unter die Arme. Dadurch konnte Rawkus nicht nur ähnlich groß auffahren wie die Majorlabels, die Gründer konnten auch in kürzester Zeit unzählige MCees mit ihren Singles und Alben sofort unter Vertrag nehmen und einen Release nach dem anderen raushauen. So entstanden zwischen 1997 und 1999 zwölf Alben, die bis heute zum großen Teil als Klassiker gelten.

Top 10 Songs von Rawkus Records

  1. Black Star f/ Common "Respiration" (1998)
  2. Mos Def "Ms. Fat Booty" (1999)
  3. Talib Kweli f/ Busta Rhymes, Jay-Z, Mos Def, & Kanye West "Get By (Remix)" (2003)
  4. Reflection Eternal f/ Mos Def & Mr. Man "Fortified Live" (1997)
  5. Common & Sadat X, "1-9-9-9" (1999)
  6. Mos Def f/ Talib Kweli "Know That" (1999)
  7. Company Flow "8 Steps to Perfection" (1997)
  8. Pharoahe Monch "Simon Says" (1999)
  9. Pharoahe Monch f/ Talib Kweli & Common "The Truth" (1999)
  10. Black Star "Thieves in the Night" (1998)

Künstler wie Mos Def, Talib Kweli, Pharoahe Monch, The High & Mighty oder Company Flow konnten durch ihre Veröffentlichungen bei Rawkus ein großes Publikum erreichen, das später bei der Gründung eigener Labels den Künstlern treu bleiben. The High & Mighty gründeten Eastern Conference Records und El-P von Company Flow konnte mit seinem Label Definitive Jux Kollegen wie Aesop Rock, MURS oder Mr.Lif ein Zuhause bieten.

Vertragsbrüche und Wartezeiten

Neben den vielen gefeierten Veröffentlichungen und dem Szenelob für die Arbeit des Labels, kam es zur Jahrtausendwende durch diverse Vertragsbrüche mit Künstlern und sehr lange Wartezeiten auf angekündigte Alben, die teilweise dann ganz gestrichen wurden, zu Ärger zwischen Rawkus und zahlreichen Künstlern. The Last Emperor, Smif-N-Wesson, Shabaam Sahdeeq und Kool G Rap The Last warteten vergeblich auf die Veröffentlichungen ihrer Alben. Nach einer Schließung 2004, einem neuen Vertriebsdeal mit Sony BMG 2005 und der Veröffentlichung neuer Alben 2006, wurde Rawkus wieder belebt. Zwischen 1996 und 2005 verkaufte das in New York gegründete Label über sechs Millionen Tonträger.