Hipster-Rassismus bedeutet, Äußerungen, die eigentlich rassistisch sind, mit Sarkasmus und Ironie zu überdecken. Das Phänomen an sich ist nicht neu, doch die Diskussion wird wegen eines prominenten Beispiels aktuell wieder befeuert.

Lena Dunham ist ein wahres Allroundtalent. Sie ist Schauspielerin, Sängerin, Autorin, Produzentin und  Mitherausgeberin des feministischen Newsletters "Lenny Letter". Eine der Autorinnen des Newsletters ist Zinzi Clemmons. In einem offenen Brief erklärte die Autorin, warum sie nicht mehr für Lena Dunham arbeiten will.

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Grund sind die herabstufenden Äußerungen Dunhams gegenüber der Schauspielerin Aurora Perrineau zu ihren Vergewaltigungsvorwürfen gegen Girls-Autor Murray Miller. 

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"Lena Dunham hatte ihre Äußerungen zunächst relativiert und sich dann erst später dafür entschuldigt", so unsere Reporterin Anke van de Weyer. Das sei schließlich der Grund gewesen, warum Zinzi Clemmons Lena Dunham Hipster-Rassismus vorwirft. Zinzi erklärt das auch mit Geschichten von früher. "Die Beiden kennen sich schon seit dem College und Zinzi beschreibt in dem Post, dass Lena Dunhams Clique schon damals regen Gebrauch von diesem Hipster-Rassismus" gemacht hat.

"Hipster-Rassismus meint das Phänomen, Äußerungen zu machen, die eigentlich sofort als rassistisch zu verurteilen wären, die dann aber damit zu verteidigen, dass das ja alles nur Sarkasmus und Ironie gewesen ist."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Hipster-Rassismus könne zum Beispiel sein, wenn man als Weißer seine schwarzen Freunde Nigger nennt, erklärt Anke. Schon 2007 tauchte der Begriff erstmals in dem Blog Racialicious auf, richtig populär wurde er 2012. 

"Die beiden Wissenschaftlerinnen Rachel Dubrofski und Rachel Wood begreifen solche Leute gerne mal als viel zu hip und sich ihrer privilegierten Position viel zu sehr bewusst, als dass man das wirklich ernst meinen könnte.“
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Das Phänomen könne aber auch bei sexistischen Äußerungen beobachtet werden. Hier würde das gleiche Prinzip gelten, so Anke: "Man äußert sich sexistisch unter dem Mantel der Ironie, zum Beispiel, indem man ironisch Wörter wie Schlampe oder Bitch verwendet."

"Die Äußerungen bleiben auch dann noch rassistisch und sexistisch, wenn sie ironisch gemeint sind. Das reproduziert rassistische und sexistische Stereotype."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Ironie und Sarkasmus würde in dem Fall immer nur von oben nach unten funktionieren. Umgekehrt wäre das als Witz überhaupt nicht möglich, so Anke.