3200 Menschen haben sich im vergangenen Jahr mit HIV infiziert. Das sind genauso viele wie 2006. Dass die Zahl konstant bleibt, könnte auch an den Fortschritten der Behandlung liegen. Manche HIV-Positive bemerken die Krankheit kaum - jedenfalls physisch. So wie Alexandra Frings.

3200 Menschen, die sich im vergangenen Jahr mit HIV infiziert haben. Das sind halb so viele wie vor 30 Jahren, aber nicht weniger als im Jahr 2006. Alexandra Frings, selbst HIV-positiv, vermutet: Das könnte auch daran liegen, dass HIV heute oft kein Thema mehr sei. Medikamente für die HIV-Behandlung seien besser geworden und manche Infizierte spürten keine Auswirkungen des Virus.

Bei Alexandra Frings ist das so: Ihr machen keine Nebenwirkungen zu schaffen, sie ist berufstätig, treibt Sport, spürt auch sonst keine Einschränkungen im Alltag. Ihr geht es so weit gut.

"Mit einer HIV-Infektion hat man weniger Einschränkungen als mit Diabetes."
Alexandra Frings

Wenn da nicht die Reaktionen ihrer Mitmenschen wären. HIV ist immer noch stigmatisiert, sagt sie. "Man kann das eigentlich niemandem erzählen. Das hat sich in den 30 Jahren Prävention leider wenig geändert."

So bekomme sie etwa beim Zahnarzt keinen Termin oder den letzten am Tag - mit der Begründung, man müsse nach ihrer Behandlung die Praxis besonders gründlich desinfizieren. Das stimmt nicht, und generell würden manche übertriebene Schutzmaßnahmen an den Tag legen. "Da ist auch viel Un- und Halbwissen", sagt Alexandra Frings. Und sie versucht, wo sie nur kann, aufzuklären und zu erklären.

Obwohl manche Menschen wegen der HIV-Medikamente Nebenwirkungen spüren, etwa Nierenschäden, sagt Alexandra Frings: Das Hauptproblem mit HIV in Deutschland ist heute nicht mehr die Krankheit an sich, sondern der Umgang mit ihr.