Schon damals, in den 70er und 80er Jahren, wollten Menschen wissen, was heute ist. Damals entstand die Futurologie - die Zukunftsforschung. Mit Wissenschaft hatte das erst mal nicht viel zu tun, aber Bücher wie "Die Zukunft hat schon begonnen" oder "Ihr werdet es erleben" wurden zu Bestsellern.

Der Historiker und Amerikanist Torsten Kathke beschäftigt sich mit der Zukunftsforschung. Gerade jetzt zum Jahreswechsel dürfte seine Feststellung gültig sein, wonach in der Rückschau besonders stark ins Auge fällt, wenn die Erwartungen der Realität nicht entsprochen haben. Wenn sich Erwartetes hingegen erfüllt, dann sieht man laut Torsten Kathke weniger genau hin. Grundsätzlich gelte aber immer:

"Nichts ist hinfälliger als eine vergangene Zukunft, die sich als falsch herausgestellt hat."
Torsten Kathke, Historiker

Alle Zukunft ist ungewiss und trotzdem lässt sich etwas über sie wissen, resümiert der Wissenschaftler.

Dazu breitet der zweite Redner zum Jahresende seine Kenntnisse über "Märkte und Macht" aus. Der Soziologe Ulrich Dolata von der Universität Stuttgart erinnert an einst zukunftsträchtige Unternehmen und Projekte wie Nokia und Myspace - und an weiter aufstrebende wie Google und Apple.

"Da geht es dann nicht nur um Fabrik 4.0, sondern um die Frage, wer in Zukunft die Hoheit über die klassischen Produktlinien hat."
Ulrich Dolata, Soziologe

Die beiden Wissenschaftler haben am 17. und 18. November 2016 unter dem Titel "Wem gehört die Zukunft? Kollektive Erwartungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik" vor dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln gesprochen.