"Wir sind das Volk!“ riefen die Demonstranten vor dem Mauerfall 1989, bei den Protesten in der DDR. Heute ist der Ruf wieder zu hören, auf Pegida-Demonstrationen oder AfD-Veranstaltungen. Ein bedeutungsvoller, wirkmächtiger und schwieriger Satz.

"Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt." So hat es Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Landesparteitag der CDU in Mecklenburg-Vorpommern im Februar formuliert - und wurde dafür prompt scharf kritisiert, vor allem von der AfD. Was es mit dem Begriff des "Volks" auf sich hat, welche Rolle er in unserer Verfassung spielt und wie er von rechten und rechtsextremen Parteien ausgenutzt wird, darüber hat der Historiker Michael Wildt ein Buch geschrieben. Es hat den Titel "Volk, Volksgemeinschaft, AfD".

"Ist denn überhaupt noch 'das Volk' die Grundlage einer politischen Ordnung des 21. Jahrhunderts?"
Michael Wildt, Historiker

In seinem Vortrag stellt Michael Wildt sein Buch vor und diskutiert es anschließend mit dem Sozialwissenschaftler und Rechtsextremismusexperten Alexander Häusler. Moderiert wurde das Gespräch von der Journalistin Nina Amin. Es hat am 10. Oktober 2017 im Jüdischen Museum in Berlin stattgefunden.

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