Mit Charme, Charisma und unerbittlicher Determination versuchen politische Populisten Frust und Wut in der Bevölkerung zu kanalisieren und in Hass und Verachtung zu verwandeln. Wie machen sie das? Mit welchen Mitteln und Tricks arbeiten die großen Volksverführer der Gegenwart?

Wo fängt Populismus an? Wann wird er zum Faschismus? Wie gefährlich ist Donald Trump? Wohl keiner kann diese Fragen in Deutschland besser beantworten als der Politikwissenschaftler Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit politischen Strömungen von rechts.

"Das ist die Messe, die der Führer mit seinem Volk macht, das ist das Charisma in Reinkultur. Ich habe schon verschiedene amerikanische Politiker erlebt, aber so war es noch nie."

Wir müssen das Erzählmuster der Rechten durchschauen, sagt Leggewie. Dieses Muster basiert auf einem Gegensatz, einem Graben, der immer wieder beschworen wird: der Kluft zwischen dem Volk da unten und denen da oben, den Eliten. Im Stich gelassen haben "die da oben" das Volk, und das auch noch in Krisenzeiten wie jetzt, sagen die Rechten. Auf diesem Grundmuster basiert das populistische Denken.

"Im Moment ist der Anspruch der Rechten tatsächlich, die kulturelle Hegemonie erlangt zu haben."

Leggewie ist Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Sein Vortrag heißt "Populisten verstehen?! Was rechtspopulistische Strömungen stark macht". Er hat diesen Vortrag am 30. Mai 2016 in Aachen gehalten, im Rahmen der Reihe "Populismus und Extremismus in Europa", die von der Initiative "Europäische Horizonte" veranstaltet wird. (Hier geht es zu einem weiteren Hörsaal aus dieser Reihe: "Der Anfang von was richtig Gutem")