Rechts, links, konservativ, liberal – so richtig weiß kaum einer mehr, was damit eigentlich gemeint ist. So wild wie die politischen Begriffe durcheinander purzeln, so unübersichtlich ist die Parteienlandschaft selbst geworden.

Auch wenn unser politisches Vokabular schon in die Jahre gekommen ist, muss es dafür herhalten, das Neue zu beschreiben. Der Publizist Albrecht von Lucke erklärt, warum Begriffe wie die "Linke" auch heute noch wichtig und nützlich sind.

"Die Unübersichtlichkeit, die wir gegenwärtig erleben, ist so etwas wie die Auflösung der alten Republik."

Schon vor über zwanzig Jahren hat der Soziologe Jürgen Habermas von der "neuen Unübersichtlichkeit" westlicher Gesellschaften gesprochen. Es ist seitdem nicht besser geworden. Von Lucke versucht, diese Unübersichtlichkeit ein wenig zu entwirren. Dabei richtet er sein Augenmerk besonders darauf, was "links" oder "konservativ" für die Grünen bedeuten.

"Es wird eine Debatte über die Frage geben müssen: Was ist links?"

Von Lucke ist Redakteur der Zeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik". Er hat seinen Vortrag am 9. Oktober 2017 in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin gehalten, im Rahmen der Reihe "Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit".