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Das Arbeiten im Homeoffice hat durchaus seine Vorzüge: Der Weg zur Arbeit entfällt und zwischendurch können auch mal kleine private Dinge erledigt werden. Was aber, wenn die Firma dank Mikrofon- und Kamera-Überwachung alles mitbekommt? Genau das soll ein Subunternehmen von Apple, Amazon und Uber machen.

In einem Bericht des Fernsehsehsenders NBC aus den USA heißt es, unter anderem Apple, Amazon und Uber würden ihre Callcenter-Dienstleistungen auslagern – zum Beispiel an eine französische Firma, die weltweit über 300.000 Menschen beschäftigt. Einige der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden laut Bericht Zuhause regelrecht überwacht werden, berichtet Deutschlandfunk Nova-Reporter Konstantin Köhler.

"Es soll auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, die zum Beispiel automatisch erkennt, wenn ein nicht zugelassener Gegenstand auf dem Schreibtisch liegt, zum Beispiel das private Smartphone."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Neben Kameras soll dabei auch künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Diese soll unter anderem automatisch erkennen, wenn ein nicht zugelassener Gegenstand auf dem Schreibtisch liegt – zum Beispiel das private Smartphone.

Keine Klagen aus Angst vor Jobverlust

Laut NBC bleibt den Mitarbeitenden oft keine Wahl, gegen die Überwachung vorzugehen. Die Sorge, den Job zu verlieren, sei zu groß. In manchen Ländern würde das für die Menschen bedeuten, vor dem Nichts zu stehen. Deswegen werde die Überwachung akzeptiert. Teilweise sogar auch, dass auch Kinder unter 18 Jahren in den eigenen vier Wänden erfasst werden.

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In einer Stellungnahme ließ Apple verlauten, die Überwachung sei verboten und würde nicht toleriert werden. Uber hat zugegeben, dass eine Überwachung manchmal gewünscht sei. Das Unternehmen begründet das beispielsweise durch den Umgang mit sensiblen Kundendaten wie etwa Kreditkarteninformationen. Amazon sagt, sie hätten solche Maßnahmen nicht verlangt.

Dabei ist Amazon eher bekannt dafür, Überwachungspraktiken nicht abgeneigt zu sein. In den USA zum Beispiel werden Paketauslieferer mit Kameras in Paketfahrzeugen überwacht. Der Gesichtserkennung müssen die Auslieferer auch zustimmen.

Auch in Deutschland wird überwacht

Generell findet Überwachung am Arbeitsplatz auch in Deutschland statt. Die Überwachung per Videokamera ist vermutlich sehr selten, prinzipiell in begründeten Fällen aber zulässig. In einer Umfrage des Software-Vergleichsportals Get-App haben 20 Prozent der Befragten angegeben, dass in ihrem Unternehmen Überwachungs-Tools eingesetzt würden. Dabei geht es vor allem um Instrumente zur Erfassung der Arbeitszeiten.

"Generell findet Überwachung am Arbeitsplatz auch in Deutschland statt. Die Überwachung per Videokamera ist vermutlich sehr selten, prinzipiell in begründeten Fällen aber sogar zulässig."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Technisch überwacht werden kann aber praktisch alles – von Webseiten, die angesurft werden bis hin zu jedem einzelne Buchstaben, der getippt wird. Da geht es dann teilweise auch um private E-Mails, wenn das Unternehmen diese während der Arbeitszeit untersagt.

Überwachungsmethoden, mit denen aufgezeichnet wird, was die Mitarbeitenden im Einzelnen am Rechner machen, sind in der Regel aber verboten.