Ein Raum, ein paar Accessoires, damit lässt sich am Human Simulation Center jede Situation simulieren - damit Mediziner möglich realistische Notfallsituationen proben können. Das geht bis zum kollabierten Junkie in der schäbigen Drogenhöhle mit scheppernden Psycho-Sounds.

Erstmal sieht der Simulationsraum ziemlich unspektakulär aus. Ein Multifunktionsraum irgendwo in einem Kellergewölbe der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Aber mit nur wenigen Knopfdrücken lässt sich dieser langweilige Raum über Projektionen an den Wänden in jedes beliebige Szenario umwandeln. Wohnzimmer, Berggipfel, Kneipen, Straßenszenen.

"Das abstruseste Szenario für diesen Raum ist das, wo man einen Junkie vorfindet in seiner Höhle. Dann wir hier alles dunkel gemacht mit Lavalampe und irgendwelche psychedelische Rockmusik ganz laut eingespielt."

Hinter schweren Metalltüren gibt es dann das echte Zeug, Real Stuff sozusagen: Krankenwagen, Hightechgeräte, Puppen. Hier lassen sich Verletzungen und Krankheiten simulieren, egal ob der simulierte Patient ein erwachsener Mann sein soll oder ein Neugeborenes. Sie blinzeln, bluten, stöhnen, schreien. Dazu kommt der Geruch von Desinfektionsmittel, der Rettungshubschrauber knattert so laut wie in der echten Welt.

Vorbereitung auf die Krisensituation

Das Ziel des Human Simulation Centers: Rettungskräfte und Mediziner sollen auf Extremsituationen vorbereitet werden. Hier haben sie die Chance Fehler zu machen, die im echten Einsatz fatale Folgen haben könnten. Denn spritzen die Mediziner versehentlich doch das falsche Medikament, dann geht die Sache im Human Simulation Center grundsätzlich immer glimpflich aus: Gestorben wird in der Simulation nicht.

"Bei uns wird nicht gestorben. Wir lassen die Simulatoren nicht sterben bei uns einfach um die Teilnehmer nicht mit so einem schlechten Gefühl hier rausgehen zu lassen."