Japaner haben eigentlich keine Zeit und keinen Platz für einen eigenen Hund. Die Lösung: Per Rent-a-Dog einfach einen Mieten. Auf Kosten der Hunde.

In Japan sind die Menschen zwar sehr verrückt nach Haustieren, besitzen aber in der Regel weder ein Haus, noch eine ausreichend große Wohnung, um einen Hund in den eigenen vier Wänden halten zu können. Wo Wunsch und Wirklichkeit derart aufeinander prallen, entstehen heutzutage aber schnell lösungsorientierte Geschäftsmodelle.

Jeder Hund mit eigener Sedcard

In Rent-a-Dog Stores können Kunden einen Hund stunden- oder tageweise mieten. Orientierung bei der Auswahl geben Polaroidfotos mit Namen und Eigenschaften der unterschiedlichen Tiere. In der Mietgebühr von sieben bis zehn Dollar pro Stunde sind auch Toilettenpapier, Plastiktüten und eine Leine enthalten.

Hunde brauchen ein stabiles Umfeld

Werden die Hunde nur stundenweise gebucht, muss sich ein Hund auf mehrere unterschiedliche Menschen am Tag neu einstellen.

"Das ist, wie wenn jede Stunde jemand zu ihnen kommt, Handschellen umlegt und sie rausschleift."
Thomas Riepe, Hundespsychologe

Viele Verhaltensforscher und Hundepsychologen sind der Meinung, dass darunter das Hormonsystem und die Gesundheit eines Hundes leiden kann, denn die sozialen Tiere brauchen einen geregelten und ausgeglichenen Tagesablauf.

"Der Hund ist ein Lebewesen, das viele Änderungen und Hektik nicht mag."
Thomas Riepe, Hundespsychologe

Lieber teilen als mieten

Besser erscheint da schon das Modell Dogsharing, bei dem sich in der Regel nur zwei Personen die Betreuung eines Hundes teilen. Aber selbst dann bemerken die Besitzer, dass sich ein Hund immer wieder erst an den jeweiligen Menschen und dessen individuelle Umgebung gewöhnen muss.

"Mein Hund braucht immer ein paar Stunden, bis er sich neu orientiert hat."
Friederike, betreibt Dogsharing