In 35 Minuten von Berlin nach München. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Aber genau das verspricht eine neue Art von Hochgeschwindigkeitszug. Der Name: Hyperloop. Über zwanzig Gruppen aus der ganzen Welt forschen daran. In dieser Woche geht ein Hyperloop-Wettbewerb in die zweite Runde.

Die Idee zu Hyperloop stammt von Elon Musk – dem Mann hinter SpaceX und Tesla. Über zwanzig Gruppen aus der ganzen Welt arbeiten daran, sie umzusetzen. An diesem Wochenende (25. - 27. August) nehmen sie an der zweiten Runde des Hyperloop-Wettbewerbs teil und schicken ihre selbst entwickelten Kapseln, auch Pods genannt, gegeneinander ins Rennen. Mit dabei ist auch eine deutsche Gruppe von der TU München. Unsere Reporterin Franziska Konitzer hat diesem Team von WARR Hyperloop vorab einen Besuch abgestattet. 

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Im Eingangsbereich des Instituts für Maschinenwesen der TU München steht er und sieht nicht gerade revolutionär aus: der erste Protoyp eines Pods, einer Hyperloop-Kapsel. Eine Art große Box mit abgerundetem Dach, in die sich gerade so ein Mensch quetschen könnte. Ein wenig eingestaubt, hintendran klebt eine kleine Spinnwebe.  Das Team von WARR Hyperloop hat die Kapsel entwickelt.

"Generell ist Hyperloop dazu da: Es ist wie ein Zug, nur im Vakuum, mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs. Oder sogar schneller."
Anna Branz, Team WARR Hyperloop

Anna Branz studiert Maschinenwesen an der TU München und ist eine der Teamleiterinnen von WARR Hyperloop. Irgendwann einmal, so hofft die Gruppe, wird ihr Pod zu den schnellsten Fortbewegungsmitteln der Welt gehören. Genau wie ein Zug, soll auch ihre Hyperloop-Kapsel auf Schienen fahren. Allerdings durch eine Röhre. 

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Menschen in Kaspeln mit 1200 Km/h wie eine Rohrpost durch Vakuum-Röhren schicken - diese Idee soll Elon Musk, dem Gründer von SpaceX und Leiter von Tesla, gekommen sein, als er gerade mal wieder im Stau stand. 2013 präsentierte er der Welt das Konzept, aber die dafür nötige Technologie wollte er nicht selbst entwickeln. Er lässt entwickeln. Und zwar im Rahmen eines Wettbewerbs, für das sein Unternehmen SpaceX eine rund einen Kilometer lange Teströhre zur Verfügung stellt, in der ein Vakuum erzeugt werden kann. In dieser Röhre treten Prototypen für Hyperloop-Kapseln aus aller Welt gegeneinander an. Und die Studenten sind gern dabei: Anna Branz hat eine einfache Erklärung dafür. Studenten haben Zeit und können sich in etwas reinknien, wenn sie wollen. 

"Studenten können auch mal über Nacht da bleiben oder können tagelang nicht nach Hause kommen. Das interessiert keinen."
Anna Branz, Team WARR Hyperloop

Für WARR Hyperloop hat sich der Einsatz bisher gelohnt: In Runde Nummer eins war ihr inzwischen angestaubter Pod der schnellste von allen. Aber damals ging es auch ums Design und darum siegte eine andere Gruppe. In Runde Nummer zwei wird allein der schnellste Pod gewinnen. Dafür haben die Studenten einen brandneuen Prototyp gebaut. Rund achtzig Kilogramm schwer und angetrieben von einem Elektromotor, der es mit dem eines Kleinwagens aufnehmen könnte. Die angepeilte Geschwindigkeit: 400 Kilometer pro Stunde. Ob das klappt und auch für den Sieg reicht, findet das Team erst heraus, wenn es tatsächlich so weit ist.  

"Wir haben den Pod, soweit es geht, getestet in Einzelkomponenten, in Subkomponenten. Den gesamten Pod in der Vakuumröhre fahrend werden wir erst in LA testen können. Und wir werden nur einen Run haben."
Anna Branz, Team WARR Hyperloop

Der Gewinner-Team bekommt vor allem eines: Ruhm und Ehre. Geld dagegen eher nicht. Ob es eine der Hyperloop-Kapseln jemals bis zur Marktreife schafft, ob Elon Musk sie vielleicht bauen lässt, ist nicht klar. Genauso, ob und wann es eine dritte Runde des Wettbewerbs geben wird. Oder ob es überhaupt realistisch ist, dass tatsächlich irgendwann Vakuum-Röhren kreuz und quer durch ein Land führen. Der Bau von Hyperloop-Strecken wäre ein gigantisches Unterfangen. Kritiker sagen auch, dass es brenzlig werden könnte, wenn die Kapseln in der Vakuum-Röhre bei einem Unfall beschädigt werden. Denn dann gilt der Tod der Passagiere als sicher.

"Nee, nicht wegen dem Mangel an Luft. Man würde platzen."
Anna Branz, Team WARR Hyperloop

Trotzdem basteln auch kommerzielle Start-ups an ihren eigenen Hyperloop-Transportsystemen – und wollen so vielleicht auch Elon Musk zuvorkommen. Der twittert, dass er bereits Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt hat – über den Bau einer Hyperloop-Röhre von Washington DC nach New York. Und die Studenten der TU München? Die hoffen, dass es weitergeht mit dem Wettbewerb. Und planen jetzt schon ihre Hyperloop-Kapsel für Runde Nummer drei.