AGB-Änderungen ignoriert und jetzt droht die Bank mit einer Kündigung des Kontos? Die Sparda-Bank Baden-Württemberg hat zum Beispiel bereits Ende Januar Kündigungen rausgeschickt. Auch bei der Deutschen Bank, der Postbank, einigen Sparkassen und anderen könnte das demnächst passieren. Was wir in so einem Fall tun können, erklärt der Wirtschaftsjournalist Nicolas Lieven.

Nicoals Lieven erklärt, dass die Banken uns nicht loswerden wollen, aber es hat sich etwas geändert. Früher konnten Banken einfach Änderungen in den AGBs vornehmen. Die Kund*innen wurden dann benachrichtigt, nach dem Motto: 'Wenn Sie dem nicht widersprechen, gelten die neuen AGB.' Ein Urteil des Bundesgerichtshofs besagt jedoch, dass wir zum Beispiel Änderungen der Gebühren aktiv unterschreiben oder anderweitig bestätigen müssen.

"Eigentlich verdienen die mit uns Geld, und eigentlich wollen die uns gar nicht loswerden."
Nicolas Lieven, Wirtschaftsjournalist

Nicoals Lieven erklärt, dass die Banken uns nicht loswerden wollen, aber es hat sich etwas geändert. Früher konnten Banken einfach Änderungen in den AGBs vornehmen. Die Kund*innen wurden dann benachrichtigt: 'Wenn Sie dem nicht widersprechen, gelten die neuen AGB'. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs besagt jedoch, dass wir zum Beispiel Änderungen der Gebühren aktiv unterschreiben oder anderweitig bestätigen müssen.

Den Banken passen diese neuen Gesetze überhaupt nicht. Deswegen flattern nun diese Kündigungen zu uns ins Haus. "Und die richtige Kündigungswelle, die kommt jetzt erst, weil viele Banken einfach gewartet haben, bis sie so 80 oder 90 Prozent Zustimmung haben, dass sie auf der sicheren Seite sind mit ihrer Kundenzahl", erklärt Nicolas Lieven.

Kontokündigung: Das wird jetzt viele treffen

Klar ist, Banken können Konten immer kündigen – egal ob wir die AGB akzeptieren oder nicht. Sie müssen noch nicht mal einen Grund dafür nennen. Genauso können wir jederzeit unser Konto auflösen. "Der große Unterschied ist, wenn die Bank kündigt, dann beträgt die Kündigungsfrist in der Regel zwei Monate. Wenn wir kündigen, dann ist es in der Regel einen Monat", sagt der Wirtschaftsjournalist.

"Man macht in der Regel dann neues Konto auf, und die alte Bank ist verpflichtet, das Geld aufs neue Konto zu überweisen, und zwar ohne Gebühren, ohne irgendwelche Kosten."
Nicolas Lieven, Wirtschaftsjournalist

Nicolas Lieven empfiehlt, jetzt schnell ein neues Konto zu eröffnen. "Denn es gab in der Vergangenheit schon Fälle, wo Banken die Kündigungsfrist nicht eingehalten haben, wo eine Girokarte gesperrt wurde, der Dispo früher gekündigt wurde und so weiter und so weiter", so Lieven. Das bedeutet dann einen großen Aufwand für die Kundinnen und Kunden und deswegen sollten wir uns schnell um ein neues Konto kümmern, wenn wir eine Kündigung bekommen.

"Die Spanne von Pest und Cholera ist schon ziemlich breit."
Nicolas Lieven, Wirtschaftsjournalist

Bei den Kosten für Girokonten geht die Spanne sehr weit auseinander. Denn es gibt Konten, für die die Bank gar nichts verlangt, und es gibt Konten, die kosten im Jahr bis zu 400 Euro. Die Verbraucherzentralen sagen, Kontoführungsgebühren um die 60 Euro sind okay.

"Ich kann da nur den Tip geben, auf den Kontoauszug zu schauen: So alle drei Monate erscheinen da die Kosten, die man selbst bezahlt. Und da werden sich manche schon mal gewaltig wundern."
Nicolas Lieven, Wirtschaftsjournalist

Im Internet finden sich Portale mit Vergleichen. Wichtig dabei ist es jedoch auch, dass wir uns vorher genau überlegen, was uns wichtig ist und was wir wirklich brauchen: Geldabheben am Automaten? Ist es mir wichtig, auch am Fremdautomaten Geld ziehen zu können? Wie sieht es aus, wenn ich mal Geld einzahlen möchte? Manche Banken verlangen auch dafür Geld. Manche Banken bieten kostenlose Kreditkarten, andere nicht. "Und ganz, ganz wichtig: Auf Überziehungs- und Dispozinsen achten. Auch da haben wir solche Spannen. Und wenn du mal dein Konto überziehst, dann wird es halt bei der einen oder anderen Bank so richtig richtig teuer", sagt Nicolas Lieven.