Impfen ohne Arzt, Spritze und dem ganzen Aufwand. Die Impfung verbreitet sich einfach weiter, so wie ein Schnupfen. Wäre praktisch, weil es so einfach klingt. Doch wer behält die Kontrolle über die Verbreitung des Impfstoffs, die Nebenwirkungen oder Mutationen?

Genau das wollten US-Forscher von der Universität Idaho herausfinden und haben mit einer Computer-Simulation durchgespielt, ob und wie eine ansteckende Impfung funktionieren könnte. Eine ansteckende Impfung wird über ein paar Menschen eingeleitet, die mit einer harmlosen Variante eines Krankheitserregers geimpft werden. Sie stecken dann die Menschen in ihrer Umgebung an, so verbreitet sich die Impfung automatisch immer weiter in der Bevölkerung und dann in der ganzen Welt. Wenn dann das echte, gefährliche Virus kommt, sind alle immun und niemand wird krank.

Noch ist alles hypothetisch, bislang wurde eine solche Impfung am Menschen noch nicht getestet. Im Rahmen der Polio-Impfung wurde die Erfahrung gemacht, dass von den vielen Milliarden Kindern, die weltweit geimpft wurden, immer wieder einige an Kinderlähmung erkrankt sind. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1:1,5 Millionen. Diese Kinder können dann auch andere anstecken. 2015 waren das 26 Fälle. Im Vergleich dazu sind 70 Kinder durch den Erreger aus der Umgebung erkrankt.

Ansteckende Impfung funktioniert im Modell

Heute kann die Biotechnologie die Krankheitserreger gentechnisch soweit abschwächen, dass sie nicht spontan mutieren und gefährlich werden. Die Folge: Die Impfung ist weniger stark und die Immunisierung verbreitet sich weniger schnell. Trotzdem haben die Forscher errechnet, dass die ansteckende Impfung als Schutz ausreichen würde.

Tests an Wildtieren

Die Wirkung von ansteckenden Impfungen wollen die Wissenschaftler aber zunächst nur an Nutz- und Wildtieren testen. Zum Beispiel könnten Flughunde geimpft werden, die im Verdacht stehen, das Ebola-Virus zu übertragen. Weil es ohnehin schwer ist, alle diese Tiere zu impfen, wäre die ansteckende Impfung eine Lösung.