Für den Kinderinfektiologen Johannes Hübner ist klar, dass von Kindern während der Covid-19-Pandemie kein besonderes Risiko ausgeht.

Grundsätzlich trieben Kinder die Covid-19-Pandemie nicht entschieden voran, ist der Kinderinfektiologe Johannes Hübner von der Ludwig-Maximilians-Universität München überzeugt. "Die Kinder sind nicht die Treiber der Infektionen", sagt er.

Steigendes Risiko ab zehn Jahren

Johannes Hübner weist darauf hin, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit mit dem Alter der Kinder zunimmt. Er sagt: "Ab zehn Jahren steigt das Risiko an. Und wenn die Jugendlichen 14, 15 Jahre alt sind, dann ist es wie bei den Erwachsenen." Die Gründe dafür seien unklar.

Umgekehrt gilt ähnliches: Je kleiner die Kinder, desto weniger wahrscheinlich sind Übertragungen.

"Je kleiner die Kinder, desto weniger Symptome und desto weniger wahrscheinlich auch Übertragungen."
Johannes Hübner, Kinderinfektiologe, Ludwig-Maximilians-Universität München

Trotzdem ist das Schließen von Schulen eine Option. Denn die Pandemiepläne basierten auf Influenza-Wellen. Bei der Influenza spielten Kinder eine wichtige Rolle. Covid-19 sei da anders, was die Kinder angeht.

Das bedeute allerdings nicht, dass an Schulen keine Übertragungen stattfinden. Mit steigenden Fallzahlen werde auch das Corona-Virus zunehmend in den Schulen übertragen werden. Er sagt: "Je mehr Virus wir in der Allgemeinbevölkerung haben, desto mehr Virus haben wir natürlich auch in den Schulen."

Dennoch charakterisiert der Infektiologe Schulen als Orte relativer Sicherheit, was das Covid-19-Infektionsgeschehen angeht.

"In Ländern, die im Prinzip schon im zweiten Lockdown sind, waren die Raten so hoch, dass das dann in die Schulen reingeschwappt ist."
Johannes Hübner, Kinderinfektiologe, Ludwig-Maximilians-Universität München