Mehr als 430.000 Menschen sterben jedes Jahr an Malaria – meist Babys und Kinder in den ärmsten Ländern der Welt. Ein Forschungsteam will die Infektionskrankheit bis 2050 weltweit ausrotten. Die WHO ist allerdings skeptisch.

Seit Jahrzehnten wird versucht, Malaria auszurotten. Mit einem Artikel in dem medizinischen Fachmagazin The Lancet macht ein internationales Forschungsteam jetzt Druck und sagt: Wir müssen und können Malaria ausrotten, und zwar in den nächsten 30 Jahren, bis 2050. Nach Registrierung ist der Volltext des Artikels frei zugänglich.

Die Forscherinnen und Forscher glauben, dass Malaria mit mehr Geld besiegt werden kann. Derzeit werden jährlich etwa vier Milliarden Dollar ausgegeben, um die Infektionskrankheit in den Griff zu bekommen - mit noch einmal zwei Milliarden Dollar mehr sei das Ziel 2050 wirklich zu erreichen, so die Forschenden.

Neue Medikamente zur Malariabekämpfung

Dabei soll die Malariabekämpfung gar nicht komplett neu erfunden werden, aber es könnten bestehende Verfahren schneller vorangebracht werden, wie beispielsweise neue Medikamente zu entwickeln oder neue Insektengifte, berichtet Matthis Dierkes für Deutschlandfunk Nova.

"Bei den Mücken entwickeln sich immer wieder neue Resistenzen und die Medikamente, die es gibt, wirken weniger oder gar nicht mehr."
Matthis Dierkes, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Den goldenen Weg zur Ausrottung von Malaria gibt es dabei aus Sicht der Forschenden nicht. So setzen sie beispielsweise nicht allzu große Hoffnung in einen neuen Impfstoff. Dafür aber auf Prävention in der Breite – sprich auf mehreren Ebenen.

Forschende setzen auf genetisch veränderte Moskitos

Wichtig sei die Entwicklung neuer Medikamente oder Insektengifte. Und ebenfalls vielversprechend schätzen die Forschenden Projekte wie genetisch veränderte Moskitos ein. Daran wird gerade geforscht. Vorteil hier:

  1. Diese genetisch veränderten Moskitos übertragen keine Malaria.
  2. Sie würden die Art der Überträgermücken ausrotten.

Den Forschenden ist klar, dass das Jahr 2050 als Deadline um Malaria auszurotten, optimistisch ist. Sie haben es bewusst gewählt, um Druck zu erzeugen.

Einer der Forscher hat das ehrgeizige Ziel in einem Interview mit der Mondlandung verglichen. Sein Argument: Diese hätte deutlich später stattgefunden, hätte der damalige Präsident Kennedy nicht bereits 1961 gesagt, dass die Amerikaner bis Ende des Jahrzehnts auf dem Mond landen würden.

WHO rechnet mit millionenfachen Malariafällen für 2050

Die WHO reagiert auf die Frage nach einem möglichen Ende von Malaria deutlich zurückhaltender. Die Weltgesundheitsorganisation legt sich auf kein Datum fest. Sie schätzt, dass es 2050 noch rund elf Millionen Malariafälle in Afrika geben wird. Das sei zwar deutlich weniger als heute. Aber die Krankheit wäre damit noch lange nicht besiegt.