In Sachen Infektionsschutz gelten die Blasinstrumente als kritisch, schließlich atmen hier Musikerinnen und Musiker mit Druck Luft und Aerosole aus. Ein Forschungsteam belegt nun: Einfache Mittel können das Musizieren deutlich sicherer machen.

Für Menschen, die gerne Konzerte mit Live-Musik besuchen, selbst Instrumente spielen oder singen, war und ist die Corona-Pandemie eine Einschränkung. Speziell Singen und das Spielen von Blasinstrumenten gelten als problematisch, weil hier die Aerosol-Belastung besonders groß ist – bei der Delta-Variante nochmal mehr als bei früheren Versionen des Coronavirus.

Mit einfachen Mitteln lässt sich das Risiko aber reduzieren, zeigt eine Studie aus den USA, an der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Universitäten mitwirkten. Ein Tipp, der fast zu banal klingt, um wirkungsvoll zu sein: Maske tragen.

"Musikerinnen und Musiker tauschen sich aus, was sich eignet. Manche nehmen Seidentücher oder Feinstrumpfhosen, andere alten Herren-Baumwoll-Hemden."
Aglaia Dane, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das gilt zum einen für Sängerinnen und Sängern, zum anderen für die Blasinstrumente selbst. Ein Saxophon-Spieler kann selbst beim Spielen keine Maske tragen, doch der Trichter von Saxophon, Trompete, Tuba und vielen weiteren Instrumenten kann abgedeckt werden.

Manche Musikerinnen nehmen dafür Seidentücher, Feinstrumpfhosen oder alte Baumwollhemden. Für manch kleinere Instrumente eignen sich auch die klassischen OP-Masken. Speziellen Filterstoff gibt es auch in großen Maßen, der sich auf die benötigte Dimension zurecht schneiden lässt. Manche Hersteller bieten fertige Produkte an, zum Beispiel unter dem Begriff Schallstückabdeckung.

Die Studie aus den USA zeigt, dass diese Maßnahmen effektiv sein können, wenn sie richtig umgesetzt werden. Die Filter und Masken müssen also gut passen und dicht sitzen.

Partikel werden weniger und langsamer

Das Ergebnis der Forschungen: Masken für Instrumente und für den Mund reduzieren zum einen die Menge an ausgestoßenen Partikeln, zum anderen verlangsamen sie diese. Es steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass feine und grobe flüssige Partikel es weniger weit im Raum von A nach B schaffen, sodass eingehaltene Abstände noch wirkungsvoller sind.

Die Forschenden haben für ihre Messungen verschiedene Techniken genutzt: Sie haben zum einen mit einer speziellen Fototechnik gearbeitet, um sichtbar zu machen, wie Luftströme sich verbreiten, also beim Singen, Sprechen und Spielen von Instrumenten. Dabei half unter anderem auch Bühnennebel. Zum anderen haben sie Strömungen am Computer modelliert.

Die Empfehlungen der Forscherinnen und Forscher:

  • Instrumente und Münder mit Masken versehen
  • Ausreichend Abstand halten
  • Regelmäßig lüften
  • In Innenräumen am besten nur eine halbe Stunde zusammen Musik machen
  • Plexiglas-Wände und Schutzvisiere fürs Gesicht bringen nichts