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Sinnloser Alkoholkonsum auf dem Land versus dauerhafte Gentrifizierungsstress in der Metropole: Einige Vorurteile gegenüber unseren unterschiedlichen Lebensräumen halten sich schon seit Jahren ziemlich hartnäckig. Aber was ist wirklich dran? In dieser Ab 21 reden wir über Stadt und Land-Klischees.

Eigentlich ist Micha Musiker, doch als Corona kam und seine Auftritte reihenweise abgesagt wurden, musste eine weitere Beschäftigung her. Kurzerhand entschied er sich dazu, sein Leben auf dem Land per Video festzuhalten. Seitdem setzt sich Micha mit Dorf-Klischees humorvoll auseinander.

Insgesamt über 250 Clips hat er zu dem Thema schon gemacht und unter dem Namen "Micha von der Rampe" ins Netz geladen. Die Ideen dafür scheinen ihm nicht auszugehen. Denn: Comedy-Material gibt es in seiner Umgebung genug. Uns hat er seine Top drei Klischees verraten.

"Jeder kennt jeden, die Dorfkinder sind nur am Saufen und der Bus kommt nur zwei Mal am Tag."
Micha von der Rampe, macht im Netz Comedy über Stadt-Land-Klischees

Ob die Radler-Mentalität in Münster, der Dauerregen in Hamburg oder die typische Berliner Schnauze: Klischees über Städte gibt es zu Genüge. Aber was ist an den Vorurteilen eigentlich wirklich dran? Das haben wir den Stadtsoziologe Andrej Holm von der Humboldtuniversität Berlin gefragt. Er betreibt einen Blog über Gentrifizierung und blickt auf die gängigsten Stereotype der Stadt.

"Es stimmt einfach, dass man in Berlin mehr Menschen mit Jogginghose auf der Straße trifft als woanders."
Andrej Holm, Stadtsoziologe an der Humboldtuniversität Berlin

Wissenswertes und Fortführendes

  • Frederik Fischer hat zwei Dörfer gegründet. Darunter das sogenannte "Kodorf" - einer Art genossenschaftlichem Dorf zum Leben und Arbeiten. Eins entsteht auf einem ehemaligen Sägewerksgelände im brandenburgischen Wiesenburg.
  • Was Gentrifizierung eigentlich bedeutet, lässt sich anhand von Jena verdeutlichen. Die thüringische Stadt hat sich seit der Wende zu einem Hotspot entwickelt. Das hat Konsequenzen: Es wird eng in der Stadt und Menschen kommen miteinander in Kontakt, die sich vorher kaum trafen, wie Pablo F. Mattarocci in seinem Dokumentarfilm "NichtStadt" eindrucksvoll festhält.
  • Dörfersterben und Bevölkerungsboom in Großstädten - eine Entwicklung, die in Deutschland lange manifestiert schien. Die Studien "Digital aufs Land" und "Urbane Dörfer" vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung kamen 2021 zu dem Ergebnis: Daran ändert sich was. Demnach wollen sich viele der befragten Stadtflüchtigen gern auf dem Land zum Beispiel beim Dorffest einbringen und aktiv nach neuen Bekanntschaften suchen. Fest verwurzelte Bauernhöfe, Handwerksbetriebe oder Gästehäuser auf dem Land sind sich hingegen bewusst, dass ihre Geschäftsmodelle modernisiert werden müssen.
  • Zwischen Perspektivlosigkeit und Kriminalität: René, Sarah und Timo sind alle über 18 Jahre und leben in Dörfen irgendwo in Niedersachsen. Bahnanbindung? Fehlanzeige. Die Miniserie "Jugendland" erzählt von denen, die auf dem Dorf zurückgelassen wurden, weil sie nicht für den Job oder die Ausbildungsstelle in die Stadt gezogen sind.

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