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Marie kündigt ihren sicheren Job, um Content Creator zu werden und kreativer zu arbeiten. Ihre neue Arbeit ist herausfordernder und kostet mehr Energie – trotzdem blüht Marie in den kreativen Möglichkeiten auf.

Fünf Jahre lang arbeitete Marie als Grundschullehrerin, unterrichtete in Integrationsklassen Deutsch als Fremdsprache. Das schlauchte sie unglaublich: "Ich hatte, während ich den Job gemacht habe, überhaupt keine Energie für irgendwas", erinnert sich Marie.

"Ich hatte in dem Job sehr sehr wenig Energie für mich."
Marie über ihre Zeit als Grundschullehrerin

Obwohl es kein Büro-Job war und Marie durchaus kreative Möglichkeiten hatte, wurde ihr schon nach einem halben Jahr klar, dass sie die Arbeit nicht ausfüllt: "Der Job hat mich mental so angestrengt, dass ich mir für mich kaum noch Zeit genommen habe. Dadurch ist auch meine Kreativität flöten gegangen." Sie selbst beschreibt das als "depressive Phase".

Schließlich kündigt Marie den Job und kümmert sich fortan professionell um ihren Instagram-Account. Inzwischen hat sie dort als @marienova fast 150.000 Follower. "Seit der Kündigung merke ich, dass ich wieder aufblühe", beschreibt Marie begeistert. "Weil die Vorstellungskraft wiedergekommen ist."

Marie macht ihre Kreativität zum Job

Marie macht für ihren Account Fotos, produziert Videos und stellt Werbekampagnen her. Das alles ist für sie ein kreativer Prozess: "Für mich bedeutet Kreativität nicht unbedingt nur, mich an eine Staffelei zu stellen und ein Bild zu malen, sondern das bedeutet, mich immer wieder kreativ herauszufordern."

Obwohl diese Art von Arbeit immer Weiterentwicklung verlangt und viel mehr Zeit und Energie kostet, fühlt sich Marie nicht ausgelaugt wie bei ihrem früheren Job. "Ich arbeite inzwischen sehr viel mehr als vorher. Aber es fühlt sich nicht mehr nach Arbeit an – weil alles an meinem Job unglaublich kreativ ist", erzählt sie.

"Kreativität bedeutet für mich, den eigenen Horizont zu erweitern."
Marie

Diese Einstellung hat sie sogar, wenn sie eine Werbepartnerschaft auf ihrem Account gestaltet, was mit Vorgaben und so weniger Raum für Kreativität verbunden ist. Trotzdem bleibt Marie optimistisch: "Jeder Job bringt mich dazu, besser zu werden, kreativer zu werden."

Zu Maries Definition von Kreativität gehört aber natürlich nicht nur ihr Job. Sie liebt es zum Beispiel, ihre Wohnung einzurichten, in der sie knapp 250 Pflanzen untergebracht hat. "Zur schlimmsten Zeit waren es 400", berichtet die Influencerin und beschreibt die Pflanzen als ihren Ruhepol.

Ihre Kreativität möchte Marie auch verbreiten: Mit ihrer Instagram-Community hat sie zum Beispiel schon gemeinsam Postkarten an Altenheime verschickt und auch eine gemeinsame Geschichte gestaltet, die Marie dann vertont hat.

Sie will den gemeinschaftlichen Gedanken von Social Media verstärken, sagt die Instagrammerin: "Ich bin schon immer ein sozialer Mensch gewesen, und das jetzt auf so einem Level zu machen, das erfüllt mich täglich unglaublich doll."