Zahlreiche amerikanische Medien berichteten, der Instagram-Account der virtuellen Influencerin "Lil Miquela" sei von der Alt-Right gekapert worden. In Wahrheit war es ein PR-Gag.

Virtuelle Influencer sind computergenerierte Fake-Instagrammer, die genau wie Sami Slimani oder Daggi Bee nur dazu geschaffen wurden, um Selfies mit Prada-Taschen oder dem heißesten Elektro-Shit zu posten. 

Die bekannteste virtuelle Influencerin ist Lil Miquela, ein niedliches virtuelles Sommersprossenmädchen mit knapp einer Million realen Followern. Ihr Profil soll jetzt von der Alt-Right gekapert worden sein, schreiben US-Medien – und mutmaßen, dass es damit zu tun hat, dass Lil Miquela auf ihrem Account auch politische Botschaften verbreitet. 

  • Lil Miquela nutzt ihren Instagram Account nicht nur dazu, um für Prada zu werben oder auf dem Coachella Festival abzuhängen 
  • Sie engagiert sich auch für #BlackLivesMatter oder unter dem Hashtag #TransRightsAreHumanRights für die Rechte von Transsexuellen

Virtuelles Drama

Und das wiederum stört eine andere virtuelle Influencerin mit dem schönen Namen BermudaisBae. Sie hat viel weniger Follower als Lil Miquela.

"BermudisBae ist blond und blauäugig und feiert auf ihrem Profil so nette Hashtags wie #proudtobeawhitegirl oder #womenfortrump."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova Netzreporterin

Die virtuelle "Bermuda" ist sozusgaen die natürliche Erzfeindin der virtuellen "Lil Miquela" – und hat jetzt sozusagen aus Eifersucht Lil Miquelas Konto gehackt. So wurde es zumindest in zahlreichen Medien wie etwa Techcrunch berichtet. 

In zwei Posts warf Bermuda Lil Miquela vor, ein Fake und von ihr provoziert worden zu sein. Und nicht nur das. Plötzlich war Lil Miquelas Account weg. Gelöscht. Gehackt.

"Inzwischen ist der Account aber wieder da. Die ganze Story über den virtuellen Zickenkrieg war ein Fake, angezettelt von der Agentur, die die beiden virtuellen Influencerinnen erfunden hatte."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova Netzreporterin

Sowohl hinter BermudaisBae als auch hinter Lil Miquaela steckt das gleiche Startup aus Los Angeles: "Brud" gehört dem ehemaligen DJ und Producer Trevor McFedries

Ein Riesen PR-Gag

Der hat sich geoutet und zugegeben, dass er sowohl Lil Miquela als auch BermudaisBae erfunden hat. Und dass er, wie Techcrunch schreibt, "ein Melodrama choreografiert hat, das auch aus der besten Reality TV Schmiede in L.A. hätte stammen können."

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"Der Coup dürfte die Berühmtheit der beiden Fake-Influencerinnen noch mal kräftig gesteigert haben. Und damit auch den Wert von Brud, der Firma, die dahinter steht."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova Netzreporterin

Techcrunch berichtet, dass einige der größten Namen im Venture Capital Geschäft, unter anderem Sequoia Capital, gerade über sechs Millionen Dollar in Brud investiert haben. 

"Das bedeutet, dass wir bei Instagram in Zukunft vermutlich noch mehr Fake-Infuencer samt darum inszenierter Reality Soaps sehen werden."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova Netzreporterin

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