Am 30. Juni ist der Internationale Asteroidentag. Der soll auf Gefahren durch Asteroiden aufmerksam machen, denn wer weiß schon, ob es nicht doch nochmal so richtig knallt. Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar stuft das Risiko aber eher als gering ein. Gefährlicher sei, dass sich der Mensch durch den Klimawandel selbst abschaffe.

Am 30. Juni 1908 prallte in Sibirien ein Asteroid mit einer Größe von vermutlich rund 50 Metern auf die Erde. Es folgten mehrere Explosionen, die auf einer Fläche von 2.200 Quadratkilometern rund 60 Millionen Bäume entwurzelten. Der Aufprall und seine Folgen sind als Tunguska-Ereignis bekannt. Der Internationale Asteroidentag soll an den 30. Juni 1908 erinnern und die Gefahren durch Asteroiden.

Der bekannteste Asteroiden-Einschlag geschah vor rund 65 Millionen Jahren auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko. "Diese Kollision führte dazu, das es einen Reset des Lebens gab", sagt der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Als Folge starben damals die Dinosaurier aus. "Für uns eigentlich ziemlich gut. Das war die Möglichkeit, dass wir Homo sapiens auf die Bildfläche kommen konnten."

Asteroiden sind meist sehr klein

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich solch eine Kollision wiederholt, sei sehr gering, so Ranga Yogeshwar. Der Asteroid, der damals einschlug, sei rund zehn Kilometer groß gewesen.

"Die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Aufprall wie vor 65 Millionen Jahren ist sehr gering."
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist

Natürlich gibt es Asteroiden, aber die sind unterschiedlich groß. Jeden Tag treffen viele, ganz kleine Körper auf die Erde. "Jedes Jahr werden etwa 50.000 Tonnen Staub auf der Erde deponiert", sagt der Wissenschaftsjournalist.

"Es gibt viele ganz kleine Körper, die jeden Tag und jede Nacht die Erde treffen."
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist

"Wenn die Dimensionen größer werden, kann es schon einmal knallen." Aber selbst größere Objekte messen vielleicht 20 Meter. Der Asteroid in Sibirien 1908 war 50 Meter groß. Das sind jedoch andere Größenordnungen als der zehn Kilometer großen Asteroid, der das Leben der Dinosaurier auslöschte. Doch je größer der Asteroid ist, desto größer ist natürlich die Gefahr bei einer Kollision mit der Erde.

Den Aufbau einer Asteroiden-Abwehr hält der Wissenschaftsjournalist für fragwürdig. Teils seien solche Vorschläge auch von ökonomischen Interessen getrieben. Die Gefahren durch Asteroiden seien vergleichsweise klein: "Im Vergleich dazu, dass wir Menschen zum Beispiel durch unser Verhalten das Klima verändern und damit zumindest unserer Spezies den Garaus machen."

Die Bahnen der Asteroiden sind gut zu berechnen

Aber bleiben wir bei den Asteroiden. Deren Bahnen lassen sich gut berechnen. Jeden Abend wird der Himmel von Astronomen abgescannt. Die Bewegungen der Asteroiden lassen sich messen und registrieren. Sie fließen zusammen als sogenannte Bahndaten, so Ranga Yogeshwar. 2029 soll sich wahrscheinlich wieder ein größerer Asteroid der Erde nähern - und mit viel Abstand vorbeifliegen.

"Der nächste Kandidat ist Apophis. Im April 2029 wird er unsere Erde passieren. Aber mit einer Distanz von etwa 38.000 Kilometern."
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist

Da die Genauigkeit der Bahndaten so gut sei, könne man sich sicher sein, dass Apophis keinen Schaden anrichten wird. "Er wird nicht auf unsere Erde knallen", sagt Ranga Yogeshwar.