Gif - diese drei Buchstaben stehen für kurze bewegte Bilder oder für Graphic Interchange Format. Jetzt wird das Gif 30 Jahre alt - und damit uralt für ein ziemlich modernes Internetphänomen. Eine Hommage.

Das Gif ist mehr als nur ein lustig animiertes Bildchen. Es ist Popkultur und es ist ein Zeichen von Netzcheckertum. Das zumindest schreibt die Wired in ihrer Hommage an das Gif. Ja, und spätestens seit Apple, Facebook und Twitter einen Gif-Button in ihre Apps integriert haben, sind Gifs ein Massenphänomen.

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Ein Gif, das eigentlich immer geht, aber ganz besonders, wenn sich mal wieder die einen mit den anderen bekriegen und man selbst dabei einfach nur lächelnd zuschaut. 

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Auch gerne gesehen und gepostet ist dieses Sean-Spicer-Simpson-Gif, der einfach nur unerkannt in einer Hecke verschwinden will. 

Die Ursprünge des Gifs

Erfunden hat das Gif der Programmierer Steve Wilhite im Jahr 1987. Das war die Zeit, in der sich die ersten User in Chaträumen ausgetauscht haben, nachdem sie sich noch über langsame Modems ins noch langsamere Netz händisch eingewählt hatten. Damals suchte Compuserve, zu der Zeit Konkurrent von AOL, eine Möglichkeit Wetterkarten und Börsenkurse in Form von Grafikformaten darzustellen. Und zwar in einer Form, die im langsamen Netz möglichst schnell lädt. Dafür hat Steve Wilhite mithilfe eines Protokolls Daten zu sehr sehr kleinen Files komprimiert. Diese kleinen animierten Bildchen tauchen dann Anfang der 90er Jahre, als das Internet allmählich allen zugänglich ist, vor allem auf Webseiten auf, die gerade down waren. 

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Als erstes virales Gif gilt das sogenannte Dancing Baby:

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Als dann jedoch Flashanimationen und HTML 5 in Mode kommen, verschwindet das Gif erstmal in der Versenkung. Viel zu lahm und unansehnlich wirkt es im Angesicht dieser Entwicklungen. Erst 2012 zu den Olympischen Sommerspielen kommt das Gif richtig groß wieder raus, schreibt das Nieman Journalism Lab in diesem Artikel. Das liege vor allem daran, dass User die Gifs seitdem als Teil ihrer Unterhaltungen im Netz benutzen - um Emotionen auszudrücken. 

Das bestätigt auch Adam Leibsohn von Giphy. In der Wired sagt er, der Siegeszug des Gifs habe vor allem mit der intensiven Smartphonenutzung zu tun. Zudem bestünden 90 Prozent aller Suchanfragen bei Giphy aus Gefühlsbegriffen.