Es klingt gut - hat aber einen Haken. Mark Zuckerberg will Länder ins Netz bringen, die bisher oft außen vor bleiben. Allerdings erschließt die App internet.org nicht das gesamte World Wide Web, sondern nur eine exklusive Facebook-Auswahl.

Rund drei Milliarden Menschen haben Zugang zum Internet - gut 1,4 Milliarden davon besitzen einen Facebook-Account. Ein guter Wert für Facebook, aber für dessen Chef Mark Zuckerberg nicht gut genug. Er peilt die nächste Milliarde Nutzer an - mithilfe einer neuen App, über die heftig gestritten wird.

Die App kommt wie eine UN-Kampagne zur Entwicklung von Schwellenländern daher. Sie soll der Bevölkerung in Ländern wie Ghana, Kolumbien oder Indien einen kostenlosen Zugang zum Internet gewähren - allerdings nur zu Facebook und bestimmten Diensten, die Facebook ausgesucht hat.

"Man kann sich an einer Hand ausrechnen, dass für immer mehr Menschen Internet gleich Facebook ist."
Netzautor Andreas Noll

Vor einer Woche ist internet.org in Indien gestartet. User können seitdem kostenlos auf 38 Dienste zugreifen. Neben Facebook und dem Facebook Messenger auch auf Nachrichtenportale wie die BBC, Jobplattformen, Wetterseiten, Suchmaschinen und Wikipedia. Hört sich gut an - ist aber nach Meinung von Kritikern kein guter Deal. Denn Zugang zum Internet sei etwas anderes, als Zugang zu Facebook.

Wenn Facebook mit internet.org Erfolg hat, ist eines abzusehen: Für immer mehr Menschen ist dann klar: Internet und Facebook sind identisch. Schon jetzt ist diese Auffassung weit verbreitet.

Mark Zuckerberg weist solche Überlegungen von sich. Bei internet.org stehe nicht das geschäftliche Interesse im Vordergrund, sondern der Wille, Menschen in armen Ländern Zugang zum Netz zu verschaffen. Facebook könne mit Usern aus reichen Ländern viel mehr Geld verdienen. Klingt gut, erklärt allerdings nicht, warum Facebook den Zugang ins Netz über internet.org so scharf kontrolliert. Eine Lösung, die Innovation im Internet in Ländern verhindert, in denen Internet.org verfügbar ist, schreibt Alexander Trisko auf der Seite trendsderzukunft.de.