Der IP Garten ist eine Mischung aus Online-Spiel und solidarischer Landwirtschaft. Pächter gärtnern digital, ernten aber echtes Obst und Gemüse - weil alle Kommandos von Gartenarbeitern umgesetzt werden. 

Wer schon einmal Farmville oder Simcity gespielt hat, kennt das Prinzip: am Rechner gärtnern. Wirtschaftsinformatiker Martin Kruszka hebt das Ganze nun mit dem "IP Garten" auf das nächste Level. Wer gerne als Online-Farmer tätig ist, kann hier sein Hobby weiter betreiben.

"Am Laptop kann man die 16 Quadratmeter-Parzelle sehen, die schon virtuell bepflanzt ist. Jedes Gemüse wächst virtuell mit. Also in vier Wochen hängen hier kleine Tomätchen dran."
Martin Kruszka, Wirtschaftsinformatiker und Gründer

Der Clou bei diesem neuen Projekt ist aber: Die Früchte der eigens investierten Strategie, Zeit und Arbeit können wir tatsächlich auch ernten, ohne jemals das Feld betreten zu haben. IP Garten ist also eine spielerische Form der solidarischen Landwirtschaft, die wir als Pächter digital überwachen.

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16 Quadratmeter für jeden Pächter

Auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin hat Martin Kruszka ein großes Feld gekauft. Dort, im Örtchen Lindenberg, hat er seinen Garten eröffnet. 250 Bewohner hat das Dorf, 400 Pächter sind bereits Mitglied beim IP Garten und nennen jeweils 16 Quadratmeter ihr eigen. 

Online-Gärtnern mit der App vom Sofa aus

Das Feld sieht futuristisch aus: 100 grüne Plastik-Rohre ragen knapp zwei Meter aus dem Boden und sind wie auf einem Schachbrett angeordnet. An denen sind jeweils vier Kameras befestigt, die jedes Beet im Blick haben. In der Erde sind Datenleitungen und sensible Sensoren eingegraben worden.

"Und die zeigen die entsprechenden Daten an: Bodenfeuchtigkeit und so weiter. Und anhand der Daten kann ich entscheiden, ob ich beispielsweise gießen muss."
Martin Kruszka, Wirtschaftsinformatiker und Gründer

Je nach dem, welche Daten die Sensoren und Kameras sammeln und auf unseren Online-Account übermitteln, können wir entscheiden, was zu tun ist. Ist der Boden zu trocken, ist gießen angesagt. In gewissen Abständen kann düngen angebracht sein, und wenn beispielsweise die Kartoffelkäfer Überhand nehmen, müssen sie eingesammelt werden, wenn wir uns einen  guten Ernteertrag sichern wollen. 

"Die Pächter zahlen 32,92 Euro im Monat. Der Ertrag, der am Ende rauskommt, sollte möglichst höher sein, als das investierte Geld. Wir rechnen damit, dass wir 25 Ernte-Kisten zu jedem nach Hause liefern.“
Martin Kruszka, Wirtschaftsinformatiker und Gründer
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Damit aus digitalen Früchten echte Lebensmittel werden, muss natürlich vor Ort Hand angelegt werden: Jedes unserer Kommandos wird deshalb von einem Gartenarbeiter umgesetzt. So trägt jeder User selbst die Verantwortung dafür, was auf seinem Feld passiert. Über die Kameras können wir sehen, wie gut etwa die Erdbeeren wachsen. Genau das, was den Spaß der Onlinespiele ausmacht, bleibt so erhalten: Wir finden selbst heraus, was zu tun ist, damit die Ernte üppig ausfällt.

Rund 25 Erntekisten zu erwarten

In Martin Kruszkas Garten zahlt jeder Pächter einen genau kalkulierten Betrag: 32,92 Euro. Jeder kann selbst entscheiden, was er auf seinem Beet anpflanzen möchte. Kartoffeln, Rüben, Kohl oder Blumen etwa. Das Saatgut hat immer Bio-Qualität.

"Die Auswahl besteht aus insgesamt 50 verschiedenen Sorten - angefangen bei vier verschiedenen Kartoffelsorten über Blumen, Kohl, Mohrrüben... aber auch viele Kräuter. Rote Zwiebeln, helle Zwiebeln.“
Martin Kruszka, Wirtschaftsinformatiker und Gründer

Je nachdem, wie gut die Ernte ausfällt, sind die Obst- und Gemüsekisten mal mehr oder mal weniger voll. Das liegt an der Witterung und an dem, was wir am Rechner entscheiden.

Bisher ist das Projekt allerdings eher für digitale Hobbygärtner aus der Umgebung von Berlin interessant. Denn das geerntete Gemüse wird nach Berlin gebracht. Die Pächter kommen dann vorbei und holen es sich ab.