80 Prozent des irakischen Öls gehen nach China, 81.000 Tonnen Öl jeden Tag. Klar, dass der Vormarsch der Isis-Kämpfer die Chinesen nervös macht. Die Notfallpläne stehen, aber so richtig viel kann und will die Großmacht nicht gegen Isis ausrichten.

Ursprünglich hatten die USA großes Interesse an den irakischen Ölfeldern, nach dem Sturz von Saddam Hussein tauchten aber die Chinesen auf und schnappten sich einen Förderturm nach dem anderen. Sie waren die ersten, die nach dem Irakkrieg überhaupt eine Förderlizenz bekommen. Heute ist China der größte Investor im Irak und speist gut 10 Prozent seines Energiehungers aus dem Land. "Abhängig ist China vom irakischen aber Öl nicht", sagt China-Korrespondentin Ruth Kirchner,

China engagiert sich wirtschaftlich, nicht politisch

Es geht nicht nur um Öl, es geht auch um Milliarden schwere Investitionen. Die Konzerne, die hier engagiert sind, müssen die Notfallpläne bereits in der Schublade haben - die Sicherheitslage ist kritisch, was die Zukunft bringt, weiß auch niemand. Im Norden des Irak, wo ein chinesisches Großkraftwerk gebaut werden soll, sind viele Arbeiter bereits in Sicherheit und nach Hause gebracht worden. Darüber hinaus ist China bemüht, die Finger aus dem Irak zu lassen.

"Politisch mischt sich China nicht in den Irak ein. Die Chinesen sind allerdings besorgt um die Situation im Irak und die eigenen Investitionen."
China-Korrespondentin Ruth Kirchner über die chinesischen Öl-Geschäfte im Irak

Insgesamt kann China nicht viel ausrichten, sie haben wenig Einfluss im Nahen Osten. "Die Chinesen verstehen sich als Geschäftspartner", sagt Ruth, "sie sind aber keine traditionellen Vermittler im Irak."