Im Schweizer Kanton Appenzell-Ausserrhoden tritt Inge Schmid als Kandidatin für die Kantonsregierung an. Auf dem Wahlplakat präsentiert sie sich als "unser Mann" für den Kanton. Kann Ironie im Wahlkampf funktionieren?

Im Kanton Appenzell-Ausserrhoden gibt es erst seit 22 Jahren das Frauenwahlrecht. Dass eine Frau für ein politisches Amt kandidiert, ist nicht selbstverständlich. Als Inge Schmid 2013 zur Wahl für die Kantonsregierung angetreten ist - zwar ohne Erfolg - wurde sie gefragt, welche Kompetenzen sie habe.

"Ich bin eine typische Frau. Ich bin eine typische Familien- und Geschäftsfrau. Es ist nicht so, dass man in mir einen Mann sieht."
Inge Schmid, Schweizer Politikerin

Inge Schmid ist seit über zwölf Jahren politisch aktiv und hat in dieser Zeit sowohl für ihre Partei - der Schweizerische Volkspartei (SVP) - als auch in Verbänden gearbeitet. Sie arbeitet als Bürgermeisterin und Unternehmerin. Andersherum wäre es undenkbar, dass man einen Mann in ihrer Position und mit ihren Erfahrungen dasselbe fragen würde.

"Da muss man vielleicht den Appenzeller Humor ein wenig verstehen, wir sagen manchmal etwas andersherum als wir es meinen."
Inge Schmid, Schweizer Politikerin

Auf ihrer Facebook-Seite sagt die Politikerin, dass sie schon früh auf Werte gesetzt hat, die vorrangig Männern zugeschrieben würden: "Aufbau eines vielfältigen Netzwerks, ständige Aus- und Weiterbildung, politisches Engagement neben dem Beruf. Mein Leistungsausweis ist also "männlich" - und mit einem Augenzwinkern kandidiere ich deshalb als 'Ihr Mann für Ausserrhoden'."

"Ich möchte mit diesem Wahlslogan darauf hinweisen, wir Frauen haben vielleicht nicht die gleichen Leistungsausweise wie Männer, aber wir haben welche, die uns befähigen ein Regierungsamt mitzuarbeiten und einen Kanton weiterzuentwickeln."
Inge Schmid, Schweizer Politikerin