Die erste halbe Minute im Eiswasser ist am härtesten, sieben bleibt Anna drin. Sportmediziner Stefan Kwast erklärt, welchen Effekt Eisbaden hat.

Seit Anna vor ungefähr fünf Jahren mit dem Eisbaden angefangen hat, geht sie beinahe jeden Tag ins Wasser. "Ich bade das ganze Jahr über im See", sagt sie. In der kalten Jahreszeit, ist das eine Herausforderung. Die ersten 30 Sekunden seien extrem. Dafür braucht sie mentale Stärke, Meditations- und Atemtraining.

"Man sollte es auf keinen Fall übertreiben und unbedingt eine Stoppuhr mitnehmen."
Anna über das Eisbaden

Die Zeit sollten Badende im Blick behalten. Anna bleibt heute etwa rund sieben Minuten im Wasser. Anfangs hat sie es ein bisschen übertrieben. Denn als sie mit dem Eisbaden angefangen hat, war Anna zweimal mit Entzündungen des Nierenbeckenbodens im Krankenhaus.

Besser nicht alleine im Eis baden

Sie empfiehlt, nicht allein, sondern mit anderen Eisbaden zu gehen und die Zeit im Wasser genau zu messen. Sollte vor dem Badevergnügen erst ein Loch ins Eis gehackt werden müssen, sollten die Badenden mit der Umgebung vertraut sein, die Eisdicke messen und das Loch kennzeichnen. Und nach dem Bad? Anna trinkt gerne einen heißen Tee aus der Thermoskanne, das wärmt den Körper von innen.

"Ich kann nur empfehlen, mit Aufsicht Eisbaden zu gehen. Allein ist das echt gefährlich."
Annas wichtigste Regel beim Eisbaden
Relativ kälteunempfindlich: Anna beim Eisbaden
© privat
Anna im Eiswasser

Ein bis zwei Minuten und Wasser, das 20 Grad kühler ist als der Körper, das reicht zum Einstieg völlig aus, sagt der Sportmediziner Stefan Kwast. Die Schockwirkung des kalten Wassers kann sonst für Gefäße, den Blutdruck, das Herz-Kreislaufsystem und das Herz selber kritisch sein.

"Das können schockähnliche Zustände sein mit Verlust der Wahrnehmung oder sogar des Bewusstseins", beschreibt es Stefan Kwast.

Grundsätzlich kann Eisbaden eine gewisse Kälteresistenz erzeugen und die Toleranz des Körpers erhöhen. Er greift auf Energiereserven in braunem Fettgewebe zurück. Auch Zittern ist eine Körperreaktion, um die Kälte auszugleichen. Der Stoffwechsel habe dann insgesamt einen aktiveren Status, sagt Stefan Kwast.

Geringer Kälteeffekt

Er sagt aber auch, dass zwar alle diese Effekte von Eisbaden nachweisbar sind – aber in einem geringen Ausmaß. Ein eisiges Gewässer braucht man dafür nicht. Ein paar Liter in der Badewanne reichen völlig aus. Nur ein Großteil des Körpers sollte bedeckt sein.

"Diesen gesundheitlichen Effekt hast du vor allen Dingen dann, wenn zwei Drittel deines Körpers in wirklich kühlem Wasser liegen."
Stefan Kwast, Sportmediziner

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Anna badet das ganz Jahr über draußen – manchmal auch im Eisloch.
  • Stefan Kwast ist Sportmediziner. Er kennt die Wirkung von kaltem Wasser – die gute und die schlechte.
  • Ab 21
  • Moderator:  Tom Westerholt
  • Gesprächspartnerin:  Anna, passionierte Eisbaderin
  • Gesprächspartner:  Stefan Kwast, Sportmediziner