Was passiert, wenn man die Bibel in einen Umschlag steckt, auf dem "Koran" steht und Passanten daraus vorliest? Zwei holländische Youtuber haben genau das ausprobiert.

Zwei holländische Youtuber, die den Kanaal Dit Is Normaal betreiben, haben für ihr Holy-Quran-Experiment besonders menschenverachtende Zitate aus der Bibel rausgesucht. Passagen, die Kannibalismus zwischen Eltern und Kindern beschreiben, die Unterordnung der Frau fordern oder die Todesstrafe für Homosexuelle - wie zum Beispiel diese Stelle: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft" (Leviticus 20,13).

Auch die Bibel kann böse

Dann haben haben die Youtuber eine Bibel gekauft, die entsprechenden Zitate markiert und in einen Schutzumschlag gesteckt, auf dem schön groß "Koran" steht. Anschließend haben sie Passanten in der Fußgängerzone die Zitate vorgelesen und nach ihrer Meinung gefragt. Die Reaktionen reichten von: "Lächerlich" über "Wie kann man nur an sowas glauben" bis: "Hände abhacken, so sind die scheinbar drauf." Eine ältere Frau sagt, es käme ihr so vor als wollten "die", dass wir uns ihrem Glauben unterwerfen.

Die Youtuber haben die Passanten auch gefragt, was denn ihrer Meinung nach der Unterschied zwischen Koran und Bibel sei? Der Koran sei aggressiver als die Bibel, die Bibel sei positiver - so lauteten einige Antworten. Andere Passanten meinten, in der Bibel würden Frauen besser behandelt als im Koran und die Bibel sei friedvoller.

Ein erfolgreiches Experiment

Als die Youtuber den Schutzumschlag schließlich entfernten und den Leuten zeigten, dass sie ihnen die ganze Zeit aus der Bibel vorgelesen hatten, fiel vielen die Kinnlade runter. Eine Frau sagte, sie hätte früher Bibelzitate auswendig gelernt und sei sogar auf eine christliche Schule gegangen - aber sie hätte nicht gewusst, dass so was in der Bibel steht. Ein Mann meinte, er würde ja normalerweise auch immer Toleranz predigen - aber dieses Experiment hätte ihm seine eigenen Vorurteile vorgeführt.

"Die meisten Leute finden das Video toll und augenöffnend."
Martina Schulte, Netzautorin

Das Video hat bereits mehr als eine Million Views bei Youtube und kommt bei vielen Usern sehr gut an, berichtet DRadio-Wissen-Netzautorin Martina Schulte. Natürlich gebe es aber auch Kritik: Einige Nutzer beschweren sich in den Kommentaren unter dem Video, die Youtuber hätten nur grausame Passagen aus dem alten Testament ausgewählt und nichts aus dem Neuen Testament. Das sei nicht fair.

Jesus stehe für Nächstenliebe, Mohammed aber nicht, schreibt ein anderer Nutzer und bekommt von einem anderen User die Antwort: "Das ist doch genau der Punkt. Christen nehmen die gewaltättigsten Passagen aus dem Koran und sehen sie als Repräsentation für eine komplette Region, in der der Großteil der Menschen genau wie hier in Frieden leben wollen."